Rezensionen

Various Artists – Dark Was The Night (Red Hot Compilation)

Das Ausgangsproblem einiger Charity-Samplern ist häufig wie folgt, illustre Namen aus dem Independent-Bereich geben rare unveröffentlichte Tracks her, um die gute Sache zu unterstützen. Tracks, die aber häufig deshalb nicht das Licht der Welt erblicken durften, weil sie nicht einmal als B-Seite taugen würden. Das dient dann weder der guten Sache, noch dem Künstler, geschweige denn dem Fan. Es gibt allerdings immer mal wieder schillernde Gegenbeispiele. Zum Beispiel, wenn sich die The National-Brüder Aaron und Bryce Dessner zusammen mit John Carlin (Gründer der Red Hot Organization) auf den Produzentenstuhl setzen und mit viel Hingabe einen Sampler zusammenstellen. So geschehen nun auf dem Sampler für die Red Hot Organization, die sich für den Kampf gegen HIV und AIDS mit Hilfe von Pop-Musik einsetzt. Eine Organisation, für die sich unter anderem auch große Namen, wie U2 und Bob Geldof einsetzen.

Für die neueste Compilation trommelten die Dessner’s nun auch eine Reihe illustrer Namen zusammen, die allesamt auch erstklassige Songs beisteuerten. Ein Highlight reiht sich dabei an das nächste, The Books kollaborieren mit Jose Gonzalez, Conor Oberst mit Gillian Welch und Feist stellte sich mit Ben Gibbard von Death Cab For Cutie ins Studio. Aber auch in Originalbesetzung der Interpreten gibt es erlesenes Material, etwa den Bon Iver Song „Brackett, WI“, der so auch auf der Blood Bank EP hätte landen können. Auch der Arcade Fire Track „Lenin“ und Beirut’s „Mimizan“ haben absolutes Album-Potential. Das herausragendste Merkmal des Samplers ist allerdings, dass Stimmung und Dramatik der Stücke in der Aufeinanderfolge perfekt aufeinander abgestimmt sind, so dass man nie versucht ist die Skip-Taste zu drücken. Das macht „Dark Was The Night“ insgesamt dann auch zu einem Gewinn sowohl für die gute Sache, die Künstler und natürlich die Fans.

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