Rezensionen

Unerhörte Musik: Karoline Hausted – Double Silence

Während das Sommerloch scheinbar vor allem eine Menge Tour- und Albumankündigungen für den wie üblich heißen Release- und Konzertherbst bereit hält, bietet es auch die Möglichkeit, sich endlich einmal Releases zu widmen, die schon ein wenig angestaubt in der Promokiste liegen. Da gibt es eine Menge Schätze und Schätzchen, die entdeckt werden möchten, also tun wir ihnen den Gefallen und fügen unserer Serie „Unerhörte Musik“ in den nächsten Tagen das ein oder andere Kapitel hinzu. Nach dem ersten Ausflug der Serie nach Australien führt uns der Weg heute über Dänemark nach Berlin, zu Karolin Hausted.

Die ist gelernte Pianistin, in Dänemark geboren und hat derzeit Berlin zu ihrer Wahlheimat erkoren. Das erste Merkmal von Hausted, für das sie nicht einmal verantwortlich ist, ist der grundsätzliche Freudsche Verleser beim Namen, da lese ich nämlich erst einmal grundsätzlich „haunted“, was grob übersetzt so viel wie „verfolgt“, oder auch „bespukt“ bedeutet. Eine Wort, das so perfekt zu ihrer Musik passen möchte, dass der Verleser auch immer wieder auftritt. Mit einfachen Kompositionen aus ihrem Klavierspiel und ihrer sanften Stimme erschaffen eine geisterhafte Atmosphäre mit viel Raum für Melodien. Luftige Melodien, die langsam und nie aufdringlich durch den Raum schweben und den Hörer seiner Fantasie überlassen, manchmal so sehr, dass gerade die Momente der Stille und die nicht gespielten Töne die Fantasie besonders anregen. Mal werden die Melodien zusätzlich durch eine sanft gezupfte Zitter, oder auch ein Steel Pedal angereichert, beschränken sich aber meist auf Klavier und Gesang und verfallen so stellenweise in eine gewisse Lethargie. Das ist dann nicht immer abwechslungsreich und auch alles andere als neuartig, überzeugt aber am ende doch durch eine konsistente Machart und die Gelassenheit der Kompositionen, die übrigens zusammen mit Jon Astley (The Who, Eric Clapton, Tori Amos) gemastert wurden.

Rating: ★★★☆☆
Karoline Hausted
Myspace // Label

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