Rezensionen

Unerhörte Musik: Charge Group – Escaping Mankind

Den Start in unsere inoffizielle Serie „Unerhörte Musik“ (Musik, die schon lange aus diversen Gründen in der Promokiste schlummert und darauf wartet erlauscht zu werden) bestreiten wir heute mit den Australiern von Charge Group. Die liegen – respektive, deren CD liegt – nun schon so lange in der Promokiste, dass wir nicht einmal mehr wissen, ob wir den Infozettel verloren haben, oder ob er einfach nicht beilag. Wir tippen auf Letzteres, ist aber auch egal. Wichtiger ist, die vier Australier von Charge Group veröffentlichten im Mai ihr Debüt-Album „Escaping Mankind“, das sich inzwischen als kleiner Schatz offenbart hat. In den zehn Songs ihres Albums verweben sie die melancholischen Seiten des Indie-Rock mit den sanften Seiten des Post-Rock.Daraus entwickel sie einen eigenen, klangvollen und atmosphärischen Gesamtsound. Die im Tempo zurückhaltenden Kompositionen leben vor allem vom Zusammenspiel aus Gesang und Gitarrenspiel von Sänger Matt Blackmann und Violinist Jason Tampake. Gegenseitig beflügeln sie sich in melancholischen mitreißenden Songs, die voller Emotionen auch die Sinne des Hörers beflügeln. Herzzereißend ist es da auch, wenn die Geige etwa im Song „Speakeasy Death Song“ klingt, wie ein weinendes Baby. Mit raffinierten Tempowechseln und stellenweise zwischen zerbrechlich und beinahe bombastisch hin und her schwankenden Liedern entwickelt sich so eine ganze eigene, dramatisch angehauchte Dynamik, die vom ersten bis zum letzten Ton fesselt. Erstaunlich eigentlich, dass solche Musik aus Australien kommt. Im September sind Charge Group übrigens auf Deutschland-Tour, mehr Infos folgen. Eine Schande also, wenn dieses Album ungehört bei uns verstaubt wäre.

 

Rating: ★★★★☆
Charge Group
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