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Two Wounded Birds – Two Wounded Birds (s/t)

Two Wounded Birds

Müssten wir den Sound von Two Wounded Birds ohne die Worte Surf-Rock, Sommer, Sonne und Strand beschreiben, dann wäre diese Rezension hier jetzt schon zu Ende. Schließlich fängt es schon damit an, dass die junge Band aus einer Küstenstadt stammt. Allerdings nicht aus einer amerikanischen, sondern aus Margate in Kent am südwestlichsten Zipfel der englischen Insel. Dort in dem 60.000 Einwohner Städtchen wurden sie offensichtlich früh mit der Musik der Beach Boys, Blondie, My Bloody Valentine und The Doors sozialisiert, weshalb sie heute Songs zwischen Surf-Rock und Film-Noir spielen. Weiß man dann noch, dass Sänger und Songwriter Johnny Danger häufiger mit The Drums spielt, dürfte das klangliche Spektrum komplett sein.

Mit „Together Forever“ bieten die Indie-Popper einen veritablen Hit als Eröffnung. Sänger Johnny Danger gesteht zu einer gut gelaunten Melodie die Liebe zu seiner Angebeteten, mit der er immer zusammen sein möchte. Ein Stück, das richtig Laune macht und Erwartungen an das restliche Album weckt. Man erwartet ein beschwingtes Sommeralbum mit vielen Hits und vielleicht auch ein paar Momenten zum Abschalten.

Ein Album, als idealer Begleiter für die warmen Monate und geselliges Beisammensein bei Sonnenuntergang. Das folgende „My Lonesome“ enttäuscht diese Erwartungen aber gleich. Hierbei handelt es sich um ein krudes Stück mit Film Noir Flair und The Doors Orgel, das monoton und ungreifbar durch den Raum schwebt, ohne irgendwohin zu führen. Klar, ein paar dieser Hits, ähnlich des Openers, gibt es auch in der Folge, dazu zählen beispielsweise das hübsche „To Be Young“, das verträumt romantische „If Only We Remain“. Songs, die aber nicht über die etwas inkonsistente Zusammenstellung der Songs nicht hinwegzutäuschen vermögen. Viel zu oft bietet die Band Songs mit einer Vielzahl an Zitaten des Surf- und 70ies-Rock, bei denen es häufig so wirkt, als wüsste die Band selbst nicht, wo das Stück nun hinführen soll. Schade, denn das Potential der Band scheint immer wieder deutlich durch, sie hätte es nur häufiger abrufen und in nachvollziehbare Strukturen kanalisieren müssen, um so ein vielleicht etwas spannenderes Album zu erschaffen. Der NME beschrieb „Two Wounded Birds“ bereits als zeitlos und bezog das wohl darauf, dass die Band ihren Sound mit zeitlosen, heute noch gern genommenen Elementen anreichert. Zeitlos in dem Sinne, dass dieses Debüt auch in 20 Jahren noch relevant ist und damit ein zeitloses Album wird, ist es aber leider nicht.


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Foto: James Loveday

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