Rezensionen

Two Door Cinema Club – Beacon

Two Door Cinema Club

Zwei Jahre sind nun schon seit dem Debüt des Two Door Cinema Club Debüts „Tourist History“ vergangen. Schon damals spürte man einen gewissen Hype um die Band erwachsen. Rapper Kanye West erwähnte die Band mehr als lobend in seinem Blog und im fernen Lettland hat die Band nach einem Festivalhit im Sommer 2009 einen veritablen Radiohit. Und mit dem Release von „Tourist History“ ging es weiter steil bergauf. Die Hits „I Can Talk“ und „Come Back Home“ liefen in Radios weltweit auf und ab, das Trio aus Nord-Irland verkaufte Touren überall aus und wurde zu regelrechten Festivalhelden. Auch auf dem Haldern Pop Festival 2012 vor drei Wochen gehörte der hibbelige Elektro-Pop des Trios zu einem der Helden.

Die letzten zwei Jahre war die Band eigentlich ununterbrochen auf Tour und machte nur eine kleine Pause, um Album Nummer 2 „Beacon“ in Los Angeles aufzunehmen. Als Produzent zeichnete sich Altmeister Jacknife Lee verantwortlich, der durch seine Arbeiten für U2, R.E.M., Snow Patrol, Bloc Party und Editors wohl zurecht als einer der Großen gezählt werden darf. Und zu den Großen schließen nun auch seine neuesten Schützlinge auf.

So durfte etwa Two Door Cinema Club Sänger Alex Trimble bei der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele vor der ganzen Welt singen und auch US-Präsident Barack Obama hat sich unlängst als Fan der Band geoutet und sich ein riesiges Ticket-Kontingent für das Konzert der Band in Washington gesichert. Faktoren, die der Band sicherlich noch weiteren Auftrieb geben dürfte. Neue Songs dürften natürlich ihr übriges dazu tun. Davon bietet das Trio, das seit dem Erfolg von „Tourist History“ London seine Wahlheimat nennt, elf Stück mit einer Gesamtlänge von gerade einmal 40 Minuten. Die Albumlänge deutet es schon an, Two Door Cinema Club benötigen nicht viel Zeit, um ihre Botschaft rauszuhauen und kommen schnell zum Punkt. Das war beim Debüt so und das ist auch bei „Beacon“ der Fall. Der Opener „Next Year“ kommt dann auch schnell zur Sache und groovt sich nach pluckerndem, langsamem Beginn so richtig ein und gewinnt ordentlich an Fahrt, um sich dann in einen dieser typischen Two Door Cinema Club Kracher für die Indie-Disco zu entwickeln. So entwickelt sich auch das gesamte Album, eine Hook jagt die nächste, die Beats pluckern gut gelaunt aus den Lautsprechern und Sänger Alex Trimble wechselt in den Stimmungen immer mal wieder von leicht betrübt in der nächsten Sekunde zu Feierlaune.

Besonders stark ist das in „Sun“, wo die Band in zurückgefahrenen Refrains der Melodie viel Raum zur Entfaltung gibt, um dann im Refrain direkt Material zu liefern, das ein ganzes Festival laut mitgröhlen kann. Das ist wohl auch die große Qualität von Two Door Cinema Club, ein Hit für die Indie-Disco jagt den nächsten Festivalhit. Alles Songs, die zum ausgelassenen Tanzen und Partymachen einladen und wie schon bei „Tourist History“ häufig eine große Verneigung vor Phoenix darstellen. Viel Tiefe kann man da nicht erwarten, dafür müsste man auf das nächste Delphic Album warten, Ausgeh-Hits und Abspannsongs für Sportsendungen liefert das Album dennoch satt und genug.

Two Door Cinema Club auf Tour

19. November 2012, Köln, E-Werk
20. November 2012, München, Tonhalle
21. November 2012, Offenbach, Capitol
23. November 2012, Berlin, Astra
24. November 2012, Hamburg, Große Freiheit

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Discussion

  1. […] Sicherheit irgendwo in meiner digitalen Sammlung verschwinden”. Ariane umschrieb das in unserer Rezension zu “Beacon” ziemlich charmant als “Ausgeh-Hits und Abspannsongs für Sportsendungen”. Oder in kurz: […]

    Posted by Verlosung: Two Door Cinema Club – 3 Exemplare des neuen Albums “Beacon” | WhiteTapes | September 4, 2012, 1:13 pm

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