Rezensionen

Travis – Where You Stand

Travis - Where You Stand

Es gibt diese Art Bands, da weiß man schon beim ersten Hören, dass man sie auch 15 Jahre später noch hören wird, wenn sie so lange durch halten. Die Schotten von Travis sind so eine Band. Als sie 1999 „The Man Who“ mit dem unvergesslichen Hits „Turn“ und „Why Does It Always Rain On Me?“ veröffentlichten, war gleich klar, diese Band möchte ich auch in 15 Jahren noch hören. „The Man Who“ ist auch heute noch eines meiner All-Time-Favourites und Travis nach wie vor eine Band, bei der ich mich auf jedes Album freue. Klar waren Alben wie „12 Memories“ und „The Boy With No Name“ jetzt nicht wirklich zwingend und auch Fran Healy’s Soloausflug mit „Wreckorder“ möchte man gern vergessen, dennoch schafften es Travis auch in ihren schwächsten Momenten zeitlose Hits zu schreiben, die diese einzigartige Magie des melancholischen Pops der Band beschwören.

Dass sie auch noch rocken können zeigten sie dann vor fünf Jahren mit ihrem sechsten Studioalbum „Ode To J. Smith“, das Travis auch wieder in alter Stärke zeigte. Die fünf Jahre seit „Ode To J. Smith“ waren auch die längste Pause, die Travis in ihrer mittlerweile 23jährigen Bandgeschichte zwischen zwei Alben gemacht haben.

Dass sie aber trotz langer Pause nahtlos an ihre Stärken anknüpfen können, zeigen sie dann schon mit dem Opener „Mother“. Ein beschwingtes Stück Piano-Pop mit einem wunderbar quietschenden Fran Healy, der sich im Laufe des Stücks gemeinsam mit der Band immer weiter emporschwingt. Ein Stück, das so auch perfekt auf das Tom Odell Debüt gepasst hätte und für die ein oder andere Gänsehaut sorgt. Es folgt die aktuelle Single „Moving“. Eine leichtfüßige Melodie trifft auf sanft erzählenden Gesang und einen gewohnt starken Refrain. Das macht in der Summe einen Song, zu dem Travis Fans auf Konzerten wieder einmal herrlich schwelgen können. „Reminder“ fällt dagegen etwas ab und bleibt ein wenig blass. Ein Durchhänger, der aber schnell durch den Titeltrack „Where You Stand“ wett gemacht wird. Ein Stück, das jetzt schon ein Bandklassiker sein dürfte und all das in sich vereint, was man an Travis so liebt. Ein Gänsehautrefrain, gefühlvoll vorgetragene Strophen und eine schöne, leicht schwermütige Melodie sorgen für den größten Hit des Albums und das ein oder andere Tränchen im Auge.

Danach kann das Album natürlich nur ein wenig abfallen. Das heißt aber nicht, dass der Rest von „Where You Stand“ nur Mittelmaß wäre. „Reminder“ ist ein nettes kleines Stück zum Mitklatschen und „Another Guy“ bietet hübschen Groove mit angenehmer Melodie. „Different Room“ bietet dann ein wenig balladesken Queen Sound mit luftiger Melodie und großer Geste in den Refrains. Ein Stück zum träumen unter freiem Himmel, der zu jeder Jahreszeit passt. Gegen Ende fahren Travis dann auch noch einmal eine ihrer wunderschönen Pianoballaden auf. Fran wimmert sich zu einer berührenden Klaviermelodie durch „The Big Screen“ und verzaubert damit ganz zum Ende. „Where You Stand“ ist vielleicht nicht das beste Travis Album und zeigt auch keine Band, die sich neu erfunden hat. Aber das möchte man von den Schotten auch gar nicht. Musik von Travis ist wie ein guter Freund, den man gut kennt und an dem besonders schätzt, dass er genau so ist, wie man ihn damals kennen gelernt hat. Man schätzt ihn trotz seiner kleinen Macken und Eigenarten und freut sich auf jedes Wiedersehen. So ist auch „Where You Stand“. Trotz seiner Schwächen und kleiner Durchhänger lauscht man dem Album immer wieder gerne und fühlt sich gleich daran erinnert, warum man die Band so sehr schätzt.


Mehr Videos von Travis gibt es hier auf tape.tv.

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    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:05 pm

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