Rezensionen

TRAAMS – Modern Dancing

TRAAMS - Modern Dancing

Fast genau zwei Jahre ist es her, dass das Trio TRAAMS aus der britischen Kleinstadt Chichester sich europaweit in India-Rock-Kreisen einen Namen erspielte. Damals veröffentlichten sie ihr Debüt „Grin“, das von Rory Attwell (Test Icicles) und MJ (Hookworms) produziert wurde und der Band Einladungen zu Festivals in aller Welt und Supportslots für Wire, Fucked Up, Paquet Courts, Royal Blood und vielen mehr einbrachte.

Neben zahlreichen Konzerten fand das Trio in den zwei Jahren seit dem Release des Debüts auch noch Zeit die beiden EP’s „Cissa“ und „Flowers“ zu veröffentlichen und auch sein zweites Album fertigzustellen. „Modern Dancing“ heißt das Werk und wurde von MJ von Hookworms und der Band selbst produziert.

Wie ihre Labelkollegen Mazes und Paws es in der Vergangenheit getan haben, machen auch TRAAMS genau da weiter, wo sie aufgehört haben. Auf „Modern Dancing“ finden sich elf Stücke, in denen TRAAMS treibende Rhythmen mit herrlich rotzigem Gesang, Noise-Elementen, Post-Punk-Sounds und Kraut-Rock verschmelzen.

Das Ergebnis ist auf eine ganz eigene Art eingängig und macht vor allem eines: Spaß. Der Grundton ist dabei eine Spur positiver und heller, als auf „Grin“, was sich in etwas mehr Luftigkeit in den Melodien niederschlägt. So zum Beispiel beim Opener „Costner“, der mit seinem verzerrten, hohen Gitarrensound und dem annähernd fröhlichen Gesang, trotz mittlerem Tempo, ein echter Stimmungsmacher ist. Diese vergnügte Stimmung wird in der Folge mit vielen brodelnden und polternden Melodien, sowie eingängigen Gesangslinien zu eigensinnigen Popnummern verschmolzen, die dazu einladen, das Tanzbein zu schwingen.

Der deutlichste Unterschied zum Debüt von TRAAMS ist dabei die Entwicklung des Gesangs. Vocalist Stuart Hopkins fällt natürlich nach wie vor durch seinen schiefen Gesangsstil und abgehackte Lyrics auf, dennoch gelingt es ihm nun, seine Stimme angenehmer einzusetzen. Das macht wahrscheinlich auch die Erfahrung und das verfeinerte kompositorische Geschick des Trios, durch das der Gesang in Stücken, wie dem treibenden „Succulent Thunder Anthem“ dynamisch und mitreißend wirkt und nicht mehr in den Ohren schrillt. Das soll nun keineswegs bedeuten, dass TRAAMS gefälliger klingen. Sie rocken noch genau so gern, wie auf dem Debüt, nur nun eher in einem Tempo, das an das The Strokes Debüt erinnert und weniger in der unbändigen Tradition des britischen Punk und Noise-Rock.

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