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Tone – Small Arm Of Sea

„Small Arm Of Sea“ von der dänischen Künstlerin Sofie Nielsen, die sich für ihre Musik den wenig vorteilhaften Namen Tone gegeben hat, ist wohl in vielerlei Hinsicht als ambitioniertes Werk anzusehen. Allein schon von der Herangehensweise, denn Sofie spricht vom Album als „audiovisuelles Werk“, will heißen, zu allen Songs des Albums gibt es eine Sammlung von Videos, die man auch auf ihrer Homepage ansehen kann. Ist eine ganz interessante Idee, wenn man sich beim Hören nicht nur auf sein eigenes Kopfkino verlassen will. Da hört die Begründung für die Ambitioniertheit aber noch nicht auf, denn ein eigentlich ganz banaler Umstand sorgte dafür, dass sie mit diesem Album in Dänemark reges Interesse erfuhr. Sie war nämlich die erste Musikerin, die gleichzeitig einen Vertrag mit der staatlichen Verwertungsgesellschaft KODA (die dänische GEMA) zur kommerziellen Vermarktung ihres Albums abschließen konnte und gleichzeitig das Album unter CC-Lizenz veröffentlichte.

Das bedeutet, für am Kauf interessierte gibt es weiterhin eine hübsche CD mit Booklet und allem drum und dran und wer nicht so haptisch veranlagt ist, kann sich das Album einfach runterladen und hat die Wahl, ob er auch noch einen kleinen Obulus bezahlen möchte oder nicht. Eine interessante Anekdote zum Album gibt es also schon einmal zu erzählen, da ist es dann auch nicht einmal schlimm, dass es mehr als 18 Monate dauern sollte, bis das Album auch einen Release in Deutschland erfährt, so hatte sie immerhin Zeit sich zu profilieren und mit Platz 4 in den heimischen Radiocharts sogar so etwas wie eine kleine Anstecknadel zu verdienen, mit der sie sich zusätzlich beim Deutschland-Release schmücken kann. Dank der kleineren Erfolge ist Sofie Nielsen also kein unbeschriebenes Blatt mehr, nun gilt sich einmal davon zu überzeugen, ob denn die Musik auch hält, was die Federn versprechen. Zu hören gibt es waghalsige Experimente. Da trifft Indie auf eine gehörige Portion Elektronica. Es gibt ein wenig Chanson, Trip-Hop und sogar Ambient. Oder einfach gesagt, die Songs sind im ersten Moment alles andere als einfach zu verdauen. Da braucht es schon Geduld und vielleicht ein paar Filmchen zur visuellen Unterstützung. Dadurch wird der verschrobene Opener „My Mind Exploded“ nicht zugänglicher, erschließt sich aber zumindest ein wenig mehr. Als Orientierungshilfe zur Einordnung sollte man sich am Besten an Björk halten, die im Gegensatz zu Tone aber weitaus eingängigere Songs schreibt. Eingängig sollen die aber auch nicht sein, sondern als Experiment dienen, die Grenzen von Genre-Zuordnungen auszuloten. Dabei bleibt der Hörer dann leider des öfteren auf der Strecke, das mag wie eine Nebensache wirken, aber wenn eine Künstlerin ein Album veröffentlicht tut sie es hoffentlich in den meisten Fällen nicht nur, um zu demonstrieren, wie großartige Klangexperimente sie zu Stande gebracht hat. So werden dann Klangfetzen etwas zu häufig zu skizzenhaften Songs aufgeblasen, statt auch mal einer ganzen Melodie richtig Raum zu geben. Dennoch liegt natürlich gerade in der Dissonanz mancher Experimente der Reiz der träumerischen Kompositionen von Tone, ein wenig mehr Mut zum ganzen Song hätte dennoch ruhig sein dürfen..

Rating: ★★★☆☆
Tone
Alle Songs des Albums gibt es dank CC-Lizenz unter diesem Link zum Download, reinhören lohnt sich immer.


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