Rezensionen

Titiyo – Hidden

Seit 20 Jahren ist Titiyo, die kleine Schwester von Neneh Cherry, jetzt schon in der Musikbranche dabei und schaffte es in dieser Zeit mit dem ein oder anderen Album sogar auf Platz 1 der schwedischen Album-Charts. Die 42 jährige ist also eine feste Größe und damit auch die Erwartungen an ein neues Album entsprechend groß. Dass es dennoch ein Jahr gedauert hat, bis „Hidden“ einen Deutschland-Release erfahren hat ist zwar schade, aber letztlich hat es das Album nun auch in unser Land geschafft. In ihrer Heimat schaffte sie es mit diesem Album nur auf Platz 18, das liegt wohl auch daran, dass sie Soul und R’n’B nur noch sporadisch einfließen lässt, sondern lieber auf TripHop, Krautrock und Synthiepop setzt.

Ein Stoß vor den Kopf vielleicht für alte Fans, aber ein echter Beleg für ihr künstlerisches Ausdrucksvermögen. Mit sphärischen Sounds eröffnet sie das Album mit dem Song „Awakening“. Kühl sprudeln Elektrosounds aus den Boxen und umgeben Titiyo’s distanzierte Stimme wie ein kalter Nebel. Mit dieser neuen Ausrichtung begibt sie sich ins direkte Fahrwasser ihrer skandinavischen Kolleginnen Robyn und Lykke Li. Die Klasse der letzteren erreicht sie zwar nie ganz, dennoch erzeugt sie einige betörende und faszinierende Songs. Etwa, wenn sie sich im ruhigen „Longing For Lullabies“ allein oder in „If Only Your Bed Could Cry“ mit ihrem Duett-Partner in Herz zerreißender Melancholie suhlt, oder mit „Stumble To Fall“ die düstere Seite ihres Songwritings offenbart und ihre Lyrics beinahe entrückt aus der Dunkelheit verzerrter Elektrosounds vorträgt. Natürlich bewahrt sich Titiyo bei allen Elektro-Experimenten immer noch einen Funken Eingängigkeit, auch wenn für diesen die Produktion dann allerdings stellenweise etwas glatt geraten und so etwas der menschlichen Note den Raum und den schönen Do It Yourself Charme der einer Eigenproduktion innewohnen sollte, nimmt.

Rating: ★★★½☆
Titiyo

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