Rezensionen

Tired Pony – The Ghost Of The Mountain

Tired Pony - The Ghost Of The Mountain

Fast genau drei Jahre ist es jetzt schon her, dass die Supergroup Tired Pony ihr erstes gemeinsames Album „The Place We Ran From“ veröffentlicht haben. Gary Lightbody und Peter Buck, die beiden führenden Köpfe hinter dem Projekt, hielten Anfang des Jahres deshalb anscheinend die Zeit gekommen, wieder die restlichen Mitglieder Richard Colburn, Iain Archer, Jacknife Lee, Scott McCaughey und Troy Stewart zu vereinen. Die Produktion übernahm auch wieder Produzentenlegende Jacknife Lee, in dessen Studio in Topanga Canyon unweit von Los Angeles „The Ghost Of The Mountain auch aufgenommen wurde.

Als wäre die Band nicht schon groß genug, versammelten Tired Pony vor drei Jahren noch insgesamt 15 Gastmusiker auf ihrem Album. Eine Zahl, die sie dieses Mal deutlich niedriger gehalten haben, das Lightbody den Eindruck hatte, dass er eine ausreichende Zahl Musiker habe, um seine Songideen umzusetzen. So finden sich dann auch nur ein halbes Dutzend Gäste auf „The Ghost Of The Mountain“, darunter Bronagh Gallagher, Kim Topper und Minnie Driver.

Beim ersten Hören fällt gleich auf, bei Tired Pony ist alles beim Alten geblieben. „I Don’t Want You As A Ghost“ beschwört direkt die ganz eigene Magie der Band und man fühlt sich gleich aufgehoben, wie bei einem alten Bekannten. Die Band groovt sich locker ein, Lightbody wird im Refrain von einem Chor begleitet und Buck liefert astreine Gitarrenarbeit. Das Stück nimmt einen an die Hand zu einem sanften Spaziergang durch die Geschichten von Lightbody. „I’m Begging You Not To Go“ bietet beinahe die gleiche Stimmung und macht den Einstieg in das Album so extrem leicht. Etwas zackiger wird es bei „Blood“. Ein leicht stampfender Beat und eine Band, die vor Spielfreude nur so strotzt. Gute Laune ist hier auf jeden Fall garantiert. Den bis dahin stärksten Moment bietet die erste Vorabsingle „All Things All At Once“. Ein hübscher Americana-Song mit dem typischen, etwas dramatischen Snow Patrol Pop-Einschlag. In der Folge gleitet das Album etwas vor sich hin und verliert ein wenig an Griffigkeit. Die Tracks schunkeln im Wohlgefallen daher, sind natürlich unterhaltsam, aber bieten nie wirklich Anhaltspunkte. Das bessert sich dann aber wieder mit dem sich im Refrain dramatisch emporschwingenden „Ravens and Wolves“. Ein wunderbarer Ausbruch, der Tired Pony etwas häufiger auf dem Album gut getan hätte. Da ist es auch kein Wunder, dass der etwas seichte Titeltrack „The Ghost Of The Mountain“ gegen Ende zwar auch einen hübschen Chor bietet, aber sonst eher graues Mittelmaß ist. Der gefühlvoll erzählte Abschluss im Duett „Your Way Is The Way Home“ stimmt einen dann aber doch versöhnlich und zeigt, dass das super in der Bezeichnung Supergroup für Tired Pony nicht fehl am Platz ist.

Myspace // Website // Label

Musik von Tired Pony bei Amazon.de kaufen

Discussion

Comments are closed.

Archive