Rezensionen

Tim Neuhaus & The Cabinet – Now

Tim Neuhaus & The Cabinet - Now

Wenn man dem Hagener Tim Neuhaus etwas attestieren kann, dann dürfte es Durchhaltevermögen sein. Nachdem er als Schlagzeuger von Clueso bereits ein wenig Popluft schnuppern durfte, veröffentlichte er ab 2005 im Zwei-Jahres-Takt Alben in Eigenregie. Zunächst mit mäßigem, in der Folge aber mit wachsendem Erfolg. Irgendwann wurde auch das Hamburger Kultlabel GHVC auf ihn aufmerksam und gab ihm die Möglichkeit eine EP und 2011 auch ein Album dort zu veröffentlichen. Tim Neuhaus wurde nun in noch breiterem Maße wahrgenommen und so ist es kein Wunder, dass Fans und GHVC-Freunde händeringend auf sein zweites GHVC Album warteten.

Das ist nun da und weil Tim schon immer Teamplayer war, steht seine Band „The Cabinet“ auch direkt mit auf dem Album. Das macht auch Sinn, denn „Now“ ist eindeutig ein Bandalbum und kein einfaches Singer-Songwriter-Werk, wie man es von anderen Mitgliedern der Zunft vielleicht erwartet. „Now“ ist ein Pop-Album, das in die gleiche Kerbe schlägt, wie zuletzt die Frankfurter von Cargo City, die einen ähnlichen Weg gegangen sind und von einem Soloprojekt zu einer Band wuchsen.

„Now“ ist dann auch gleich der Opener des Albums. Das Stück eröffnet mit 80ies inspirierten Synthies und einem Plucker-Dance-Beat, zu dem Tim Neuhaus mit ruhiger Stimme singt. Als das Stücke Fahrt aufnimmt, behält Neuhaus stimmlich seine Ruhe und sorgt auf diese Art für einen angenehm tänzelnden Opener, der den Hörer unaufgeregt in Stimmung bringt. Ein wenig erinnert das Stück an Slut, das kann aber auch an der stimmlichen Ähnlichkeit zu Christian Neuburger liegen. Ruhiger geht es in „Wonderful Turn“ zu. Tim singt gefühlvoll, begleitet von ruhigen Elektrobeats und Basslinien. Das erste richtige Highlight des Albums ist dann das ruhige Duett „Easy Or Not“ mit Kat Frankie. Beide Stimmen harmonieren wunderbar und erzeugen begleitet von Piano-, Percussion- und Gitarrensounds eine warme Ballade. Nach diesem ruhigen Intermezzo geht’s aber zurück auf die Tanzfläche. Neuhaus füllt den Raum mit Synthies, Dance-Beats und teils hymnischen Melodien. Die Marschroute ist ähnlich, wie bei den bereits erwähnten Cargo City, deren Ergebnis allerdings nicht als ganz so gelungen bezeichnet werden kann, wie das, was Neuhaus hier an beinahe naiver Leichtigkeit und guter Laune aus den Boxen strömen lässt.


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