Rezensionen

Tim Kasher – The Game Of Monogamy

Insgesamt ein Dutzend Alben hat der inzwischen 3 Dutzend Jahre alte Amerikaner Tim Kasher nun schon mit seinen Bands Cursive und The Good Life veröffentlicht. Für Album Nr. 13 (Commander Venus und andere Projekte nicht mitgezählt) hat das Saddle Creek Urgestein nun eine Besonderheit überlegt. Er ließ seine Wahlheimat Kalifornien hinter sich, zog sich nach Montana zurück und nahm ein Solo-Album auf. Obwohl erstmals sein Name auf dem Albumcover steht hat er sich thematisch nicht wirkllich neu orientiert. Es sollte in seinen Solo-Kompositionen um die Liebe und die damit verbundenen Irrungen und Wirrungen gehen. Entstanden ist ein Konzept-Album über dieses klassische Musiker-Thema, das sich einem ganz besonderes Aspekt des menschlichen Beisammenseins widmet, der Monogamie. Jenes Konstrukt, bei dem zwei Menschen übereinkommen nur den jeweils anderen zu lieben. Aus eigener Erfahrung, oder auch nur aus dem Freundeskreis wird der ein oder andere sicherlich wissen, dass diese Übereinkunft nicht immer unproblematisch verläuft.

Mancher wird dadurch sogar zum Zyniker, andere bleiben ihr Leben lang hoffnungslos romantisch und suchen nach ihrem Seelenpartner. Mit 36 Jahren hat Tim Kasher sicherlich auch die ein oder andere Erfahrung mit dem „Spiel der Monogamie“, wie er das Album nun genannt hat. Und da die Liebe, bzw. Beziehungen nicht immer nur leise sind, hat er auch einmal eben das Glacier National Symphony-Orchestra ins Studio geladen. Das bedeutet, sein getriebener Gitarren-Pop wird angereichert durch Bläser aller Art, von Trompeten, über Posaunen, Tubas und auch Flöten. Hinzu kommen noch einige Streichinstrumente, wie Geigen und sogar eine Harfe. Das verleiht den Stücken einen gewissen Retrocharme und sorgt teilweise auch für eine ordentliche Swingnote wie etwa bei „I’m Afraid I’m Gonna Die Here“. Beschwingt fröhlich sind auch Songs, wie „Cold Love“ und „Bad, Bad Dreams“. Aber auch ruhigere Töne werden angeschlagen, wie etwa beim sanften „Strays“. Kasher’s Analysen der Monogamie sind zumeist zynisch, wie in „I’m Afraid I’m Gonna Die Here“, wo er singt

„Love, it makes you lazy,
you don’t ask questions anymore.
You settle into the furniture,
collecting cobwebs on the porch.“

oder schon beinahe verbittert, wie in „Cold Love“,

„We don’t know
where it’s taking us, but we don’t
know where we wanna go, so we
hold on and hope for happiness.
We hold on so we’re not alone.“

So ironisch, zynisch und beinahe verbittert seine Beschreibungen der Monogamie auch scheinen mögen, der Art, wie er seine kleinen Beobachtungen und Beschreibungen vorträgt kann sich nur schwer entziehen. Das macht „The Game Of Monogamy“ zu einem echten Hör-Vergnügen in bester Tim Kasher Manier, auf dem der Wahl-Kalifornier seine Stärken einmal mehr voll ausspielt.

Rating: ★★★★½
Tim Kasher

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