Rezensionen

Tilly And The Wall – "O"

Tilly And The Wall haben schon bei Gründung bekannte Marketingrpinzipien verinnerlicht, 1. schaffe dir einen USP, im Fall von Tilly And The Wall ist das die Stepptänzerin, die sie anstelle eines Schlagzeugs einsetzen, 2. wähle einen einprägsamen Markennamen, Tilly And The Wall haben es sich einfach gemacht und ein bekanntes amerikanisches Kinderbuch als Namen erkoren. So weit, so clever, auf zwei Alben ging die Rechnung aus Stepptanz + Kinderbuch auch noch auf, aber inzwischen lastete der Band immer mehr das Etikett einer infantilen Band, deren Songwriting sich nur darum dreht, das überraschende Element des Stepptanzes möglichst clever zu integrieren, erhält.

Bedeutet also, dass sich die Band mit ihrem neuen Album „O“ ganz besonders beweisen muss. Ganz vom Stepptanz hat sich die Band dennoch nicht abgewendet, das wäre wohl auch, als würde Coca Cola sich vom Koffein verabschieden. Das Schlagzeug rückt zwar nicht spürbar in den Vordergrund, findet aber häufigeren Gebrauch als auf den Vorgängern. Der Gesamtsound der Band ist dennoch gleich geblieben, im Vordergrund Indie-Folk mit LoFi-Attitüde, so als würden The Broken Social Scene mit The Go! Team kooperieren und 60s Pop covern. Die besten Stücke auf „O“ siedeln, wie von Tilly And The Wall gewöhnt dann auch im Up-Tempo Bereich, bei Stücken, wie „Too Excited“ und „Alligator Skin“ ergeben sich kunterbunte Soundorgien, aus schrillen Gitarren, Xylophon, Stepptanz, Chorgesang und allerlei anderen Spielereien. Die Band hat ihren Sound mit „O“ also nicht revolutioniert, aber konsequent weiter entwickelt und bewiesen, warum Conor Oberst sich einst in die Band verliebt und spontan für sein Label Team Love gesignt hat.

Video zu „Alligator Skin“:

httpv://de.youtube.com/watch?v=1A7E9ev5H6I

Myspace der Band
Künstlerinfos bei Cooperative Music

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