Rezensionen

Them Crooked Vultures – Them Crooked Vultures (s/t)

Treffen sich der Drummer von Nirvana, der Bassist von Led Zeppelin und der Gitarrist von Kyuss. Nein, das ist dann nicht die Fortsetzung von „It Might Get Loud“, in dem sich Jimmy Page, The Edge und Jack White trafen, um zusammen über Gitarren zu philosophieren und zu musizieren. Denn dieser Film war eigentlich schon ab der ersten Hälfte der Erstproduktion völlig überflüssig. Aber als angehende Rocklegende Jack White hat man eben inzwischen zu allem eine Meinung. The Edge und Jimmy Page sind dafür ja auch schon lange bekannt. Dave Grohl ist darin inzwischen auch sehr geübt und wackelt selbst bei den EMA’s mit seinem Hintern auf der Bühne rum und reißt schlechte Witze mit Katy Perry. Wenn sich beinahe-Rocklegende Dave Grohl nun also mit Kultstar und Kumpel Josh Homme und Rocklegende John Paul Jones zusammen tut, um zu musizieren, dann muss das Ergebnis also doch auch groß sein. Also zumindest der Wirbel darum ist es schon einmal.

Der Gedanke liegt ja auch nahe, schließlich haben Dave Grohl und Josh Homme die amerikanische Rockmusik der letzten 15 Jahre geprägt, wie wenige andere. Der Einfluss von Led Zeppelin auf die Rockmusik dürfte ohnehin unbestritten sein. Eine Supergroup also. Them Crooked Vultures erfüllen dieses Klischee dann auch voll. Die einzelnen Mitglieder streuen in den Medien kleine Info-Häppchen, schwärmen voneinander und lassen einen Song nach dem anderen an die Weltöffentlichkeit. Ganz inspirierend war natürlich vor allem die Zusammenarbeit im Studio, man sei von einer gewaltigen kreativen Aura umgeben gewesen und habe so viel voneinander gelernt, heißt es dann auch gleich in Interviews und der Presseinfo. Gehört wohl dazu. Das Ergebnis bei Them Crooked Vultures ähnelt dann auch dem, was man von einer Supergroup erwartet. Alle Songs haben das Flair einer Jam-Session von drei Musikern, die sich selbst und einander feiern. Die Produktion durfte das Ergebnis dann noch etwas aufpolieren. Das klingt dann nach der Art typisch amerikanischem Rock, den Josh Homme so unvergleichlich geprägt hat. Riff türmt sich auf Riff, die Drums gehen druckvoll voran und der Bass von John Paul Jones verschwindet leider beinahe vollständig im Hintergrund. Es gibt gut durchdachte Tempowechsel, um den Hörer bei der Stange zu halten und Homme’s leicht paranoide Art zu singen verleiht den Songs dann noch einen gewissen Groove und pschedelischen Touch. Das macht dann gar nicht mal schlechten Stoner-Rock. Den hat man aber von Josh Homme so auch schon über mehrere Kyuss und Queens Of The Stone Age Alben gehört. Damit sind Them Crooked Vultures dann auch in etwa so relevant wie die Soloalben von John Paul Jones. Die waren auch nett, sind aber mit acht Jahren Abstand inzwischen wieder vergessen.

Rating: ★★★☆☆
Them Crooked Vultures
Gratis-Download: „Mind Eraser, No Chaser“ bei Visions.de

Tour-Daten

06. Dezember, München, Zenith
07. Dezember, Berlin, Columbiahalle
08. Dezember, Köln, Palladium


Das gesamte Album im Youtube Kanal der Band

Homepage // Myspace // Label

Them Crooked Vultures – bei Amazon.de kaufen

Discussion

Comments are closed.

Archive