Rezensionen

The XX – Coexist

The xx

Wir haben es ja bereits erwähnt, eigentlich rechneten wir nicht mehr damit, dass das Londoner Trio The XX noch einmal ein Album veröffentlichen wird. Ihr Debüt „XX“ ging 2009 ja quasi durch die Decke und ließ einen unglaublichen Hype rund um die Band aufkommen, die damals noch als Quartett auftraten. Einen Mercury Prize und Platinstatus weiter sagte die Band gegenüber Female First: „There is no plan to even put out a second album. There’s just a plan to start being creative again, with no big intentions“. Klang gerade im Zusammenhang mit dem Ausstieg von Baria Qureshi nach einem bevorstehenden Ende der Band.

Soundtüftler und insgeheimes Bandmastermind Jamie Smith aka Jamie xx machter passenderweise in der Folgezeit mit Soloaufnahmen, Remixes und Produzententätigkeiten auf sich aufmerksam. Besondere Aufmerksamkeit erlangte er mit dem Remix-Album „We’re New Here“ mit Gil Scott-Heron, das kurz vor dem Tod des Künstlers veröffentlicht wurde.

Ende des letzten Jahres machten The XX dann aber doch Andeutungen, dass es ein neues Album geben würde. Unter dem Namen „Coexist“ ist es nun auch fertiggestellt. An den Reglern saß dabei wieder Jamie xx und die Marschrichtung ist eine ähnliche, wie beim Debüt. Auf dem Cover prangt passenderweise wieder ein großes X. Dieses Mal auf weißen Untergrund und mit durchscheinendem Flackerbild. Und so viel Ähnlichkeit das Cover mit dem Vorgänger hat, so ähnlich ist auch der Sound geblieben. Die Band liefert elf atmosphärische Songs, mit extrem reduziertem Sound. Die Melodien schweben durch luftige Räume, die Gitarre jault manchmal leise aus dem Hintergrund, Synthies und ruhige Beats pluckern leise und über allem schwebt der gewohnt unaufgeregte und anschmiegsam sanfte Wechselgesang des Duos Romy Madley Croft und Oliver Sim.

Häufig sind die Sounds derart reduziert, dass das Duo nur noch flüstert. Würde man The XX noch weiter reduzieren, blieben manchmal nur noch Spoken Words Songs. „Coexist“ ist die nahtlose Fortführung des Debüts „XX“ und dürfte Fans genau das liefern, wonach sie lechzen. Überraschungen erwarten einen hier nicht. Man könnte soweit gehen zu sagen, dass „Coexist“ der noch introvertiertere Zwilling von „XX“ ist. Wie das bei Introvertierten so ist, benötigt das Album viel Aufmerksamkeit, damit man die kleinen Nuancen im Sound erkennt und zu schätzen lernt. Etwas mehr Abwechslung darf es beim nächsten Mal gern dann aber doch sein, denn wir lassen uns gern auf ähnliche Art überraschen, wie es die Band Anno 2009 getan hat.

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Discussion

  1. […] ist großer 2009 Flashback, denn nur eine Woche nach dem zweiten The XX Album “Coexist”, dessen Vorgänger 2009 quasi das Hype-Album schlechthin war, veröffentlichen auch die Amerikaner […]

    Posted by Grizzly Bear – neues Album “Shields” im Stream | WhiteTapes | September 10, 2012, 9:05 am

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