Rezensionen

The Woe Betides – Play Dead EP

The Woe Betides, das sind im Kern die beiden Londoner Musiker Simon Mastrantone und Grundy le Zimbra, die ihre musikalische Leidenschaft bereits in einer Reihe von Projekten mehr oder meist weniger erfolgreich austobten. Dabei machten sie natürlich unterschiedlichste Erfahrungen und gewannen viele Einflüsse. Eine Konstante dabei, immer wieder kreuzten sich auch die Wege mit Jeremy Warmsley, mit denen beide inzwischen eine Freundschaft verbindet. Statt vieler weiterer Experimente entschlossen sich die beiden Freunde nun dazu es einfach mal zusammen zu probieren. Das Kind hört nun auf den Namen The Woe Betides und wurde mit der Mission gegründet, Grunge zu nehmen und ihn in Pop zu verwandeln. Ein gewagtes Experiment, für das sie sich zur Unterstützung noch ihren bereits erwähnten Freund Jeremy Warmsley ins Boot geholt haben, der nahm aber dennoch größtenteils hinter den Reglern Platz. An den Drums ließ sich das Duo noch von einem Freund mit dem wohlklingenden Namen Colonel Sexlife unterstützen.

Der erste Output des Duos ist nun in Form der EP „Play Dead“ zu haben. Der Opener „Boredom is the Killer“ gibt auch gleich einen guten Einstieg, eine raue reduzierte LoFi-Melodie und beiläufiger Gesang, der beinahe an Brendan Benson erinnert. Mit Grunge hat das eigentlich nur noch am Rande zu tun, dass er aber da ist zeigt das scheppernde „Under the Sand“, das einen gelungenen Mix aus Folk-Songwriting und Grunge-Struktur darstellt. Das bedeutet, das Schlagzeug scheppert, der Bass schlackert und die Gesangsparts winden sich durch den Song. Hier wird auch die leicht morbide, dunkle Stimmung, die über der EP schwebt immer dichter und mündet bei „The Road to the Cemetery“ beinahe in so etwas wie einen Queens Of The Stone Age Rocksong. Eine Referenz, die auch beim Closer „Your Fists, Your Love“ durchschlägt. Rau und ungestüm brettert der Song los, aber lässt hintergründig doch wieder eine Prise Folk-Pop aufblitzen, so als würde Brendan Benson die Queens Of The Stone Age covern und statt des Blues der Raconteurs lieber den Pop der Smiths einfließen lassen. Fazit, die beiden Kumpels hätten sich schon viel eher zusammentun sollen, auch wenn die gewollt düstere Mischung aus Pop und Grunge eher in Folk-Grunge mündet. Das tut dem Unterhaltungsfaktor der vier Stücke jedoch keinen Abbruch.

Rating: ★★★★☆
The Woe Betides

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