Rezensionen

The Whispertown 2000 – Swim

whispertownThe Whispertown 2000 sind eine dieser Bands, die in den aktuellen Trends der Indie-Branche schnell übersehen werden. Das liegt vor allem an ihrem sehr altmodischen Sound irgendwo zwischen Indie und Folk mit gehöriger Pop-Attitüde. Da braucht es schon prominente Fürsprecher, um auch wahrgenommen zu werden, die haben sie in Gillian Welch, die The Whispertown 2000 gleich für ihr Label verpflichtete und Conor Oberst, der sich bei vielen Gelegenheiten als Fan der Band und insbesondere von Sängerin Morgan Nagler outete, gefunden. Nagler ist ihres Zeichens auch Hollywooderprobte Schauspielerin, ein Umstand der zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen dürfte. So überschlugen sich in den letzten Wochen dann auch alle amerikanischen Musikmagazine mit Lobhudeleien auf das Quartett aus Kalifornien, auch wenn deren Musik wie bereits angemerkt alles andere als trendy ist. Schlussfolgerung, „Swim“ muss ein klasse Album sein.

Ist es tatsächlich. Vom ersten Song an zelebrieren Morgan Nagler und Co-Sängerin Vanessa Corbala in zweistimmigen Gesangsparts gelunge Folk-Songs, die eine stimmige Mischung aus Nostalgie und guter Laune bieten. Begleitet werden sie dabei von experimentell angehauchter Blues-Folk-Instrumentierung. Das markanteste Merkmal ist allerdings Nagler’s Gesangsstil, neigt sie doch häufig dazu ihr Stimme bis zum Überschlagen beanspruchen und den Stücken so noch eine ganz besondere Note aufzusetzen. Die Bandbreite der Songs geht dabei von leicht verbittert, indie-rockig nachdenklich, wie in „Done With Love“ und „103“ bis poppig fröhlich, wie in „Old Times“, das ruhig anfängt und sich zu einer sommerleichten Americana-Hymne hochdudelt. Ein anderes Highlight dazu wohl auch die Ballade „Atlantis“, bei der Nagler und Corbala noch von Gillian Welch und Jenny Lewis unterstützt werden und einen vierstimmigen Frauenchor bilden. Eine Band also, die wohl zu wenig trendy sein wird, um in Deutschland wirklich Aufmerksamkeit zu erlangen, aber viel zu gut ist, um übersehen werden zu dürfen. Unser Tipp also, fuck the trend, listen to this band!

Video zu „Old Times“

httpv://de.youtube.com/watch?v=0INkQKmuuAk

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