Rezensionen

The Wedding Present – El Rey

Es gibt Rockbands, die sind seit mehr als zwanzig Jahren am Markt, füllen Stadien und haben den Ruf von Dinosauriern. Ganz anders The Wedding Present aus Leeds. Die sind zwar nun schon seit 1985 weltweit erfolgreich aber weit entfernt vom Status als Dinosaurier und auch davon Stadien zu füllen. Das liegt vor allem an der Weigerung sich den strikten Konventionen der Musikindustrie zu unterwerfen.

So haben The Wedding Present schon lange vor Grunge alternative Gitarrenmusik erschaffen, die heute auch auf den Namen Indie hört. Auf dem zweiten Studioalbum seit der Wiedervereinigung 2004 saß der legendäre Steve Albini (Nirvana, The Jesus Lizard, etc.) an den Reglern, der auch schon am 1991er Erfolgsalbum „Seamonsters“ mitschraubte. Steve Albini hat es auch wieder einmal geschafft einer Band seinen Stempel aufzudrücken, die Aufnahmen klingen rau und ungeschliffen. Aber The Wedding Present klingen dennoch, anders als auf früheren Alben nicht wütend, auch die Existenzangst, die den Sound der Band seit Mitte der 80er ausmachte ist bei weitem nicht mehr so stark, bis überhaupt nicht mehr vorhanden. Trotz der fast scheppernden Intensität des Schlagzeugs und den rauen Gitarren wirkt Sänger David Gedge zufrieden und fast fröhlich. So als hätte die Sonne Kaliforniens, unter der David Gedge die Songs für „El Rey“ (ein Theater in Hollywood war hier Namenspate) aufgenommen hat, Einzug in den Sound der Band gefunden. Das erschafft einen angenehmen warmen Rocksound ideal für Autofahrten bei Sonnenuntergang. Damit sind The Wedding Present immer noch weit davon entfernt sich einen Status als Dinosaurier zu erspielen, aber erstens gibt es davon schon zu viele und zweitens passt die Aura des unbeachteten, zornigen Genies viel besser zu David Gedge.

Homepage von The Wedding Present
Labelhomepage – Rough Trade

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