Rezensionen

The Verve – Forth

„I Took A Step To The Left, I Took A Step To The Right. I Keep It Together“ so endet das neue The Verve Album „Forth“ im Song „Appalachian Springs“, was nach einer Verarbeitung der letzten 12 Jahre von Richard Ashcrofts Karriere klingt, ist wohl eindeutig auch das, verpackt in einem großen Song. Nach dem Ende von The Verve folgte eine durchwachsene Solokarriere mit drei Alben und vielen Songs, die ganz nach dem klangen, was Richard Ashcroft bei The Verve vielleicht immer durchsetzen wollte, aber wegen Nick McCabe nicht durfte. Aber erst einmal von vorne. Groß war die Freue, als The Verve letztes Jahr ihre Live-Reunion feierten und kurz darauf sogar Gerüchte über ein Album die Runde machten, genährt natürlich durch Richard Ashcroft.

Die Vorabsingle Love Is Noise zeigte The Verve dann zwar auch nicht von einer innovativen, dafür von ihrer eingängigen Seite. Zurück zu den Wurzeln also? Die Antwort ein gewaltiges Ja von Richard Ashcroft. Das bedeutet auch, dass die Songs weniger poppig abdriften, wie auf Ashcrofts Soloalben und sich dafür Nick McCabe’s Gitarrenspiel den Weg in den Vordergrund bahnt. Das gemahnt bei „Sit And Wonder“ and die frühen The Verve Klassiker und wächst bei „Noise Epic“ zu sphärischen, bzw. epischen Ausmaßen heran. The Verve haben nicht umsonst Brit-Pop Mitte der 90er mehr als mitgeprägt, da überrascht es natürlich nicht, dass sie perfekte Brit-Pop Songs schreiben können. „Forth“ ist ein Album, dass The Verve 1998 aber so nicht hätten schreiben können, dafür waren die Songstrukturen und der Sound der Band nach „Urban Hymns“ zu fest gefahren und die Band auf der Jagd nach der unvergesslichen Brit-Pop-Hymne. Davon waren auf „Urban Hymns“ natürlich einige, ein großer Teil des Albums war dann aber rückblickend recht durchwachsen. „Forth“ hat dieses Problem nicht, Richard Ashcroft und Nick McCabe haben sich knapp 10 Jahre mit ihren Soloprojekten ausgetobt und ihre Ideen zu Popmusik verarbeitet. Mit Blick auf die Ashcroft Soloalben wirkt das wie ein Warm-Up, um sein handwerkliches Geschick bis zur The Verve Reunion zu perfektionieren. Das ist ihm gelungen und so ist „Forth“ das stärkste Brit-Pop Album der 2000er, auch wenn Songs, wie „Mover“, welches klingt, als wäre es vom neuen Oasis-Album entflohen, oder „Chic Dub“ (gleiche Aussage, tausche Oasis gegen U2), teilweise in die Mittelmäßigkeit abdriften. Bleibt zu hoffen, dass das in „Appalachian Springs“ besungene Vorhaben „I Keep It Together“ gelingt und uns The Verve bei dieser zweiten Reunion länger erhalten bleiben.

Video zu „Love Is Noise“
httpv://de.youtube.com/watch?v=PmRJo8RQ5sA
The Verve Myspace mit Albumstream
Homepage des deutschen Labels der Band, EMI
 

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