Rezensionen

The Veils – Time Stays, We Go

The Veils - Time Stays, We Go

Seit nunmehr zwölf Jahren treiben sich die neuseeländisch britischen Indie-Rocker von The Veils bereits in der Musikszene herum und machen mit ausgefeiltem Songwriting von sich Reden. So sehr, dass Rough Trade Chef Geoff Travis die Band vor mehr als zehn Jahren quasi adoptierte, ihre ersten drei Alben veröffentlichte und Sänger und Songwriter Finn Andrews als „a young but maturing real artist in the vein of Nick Cave and David Bowie“. Eine Aussage, die natürlich kaum überrascht, betrachtet man sich die Biograpgie von Andrews. Sein Vater war nämlich niemand geringeres als Barry Andrews, der mit XTC und League of Gentlemen den Post-Punk in den 80ern entscheidend mitprägte, mit Iggy Pop und David Bowie arbeitete und noch heute mit seiner Band Shriekback von sich Reden macht.

Finn wuchs also mit Musik auf und entwickelte eine solche Obsessions für sie, dass er mit 16 die Schule abbrach, nach London ging, wurde Clubmusiker und begann Songs für seine Band The Veils zu schreiben, mit der er 2004 im zarten Alter von 21 Jahren das Debüt „The Runaway Found“ veröffentlichte, das mit „The Leavers Dance“ einen der größten Hits der Band enthält.

Nur zwei Jahre später erschien dann schon „Nux Vomica“, auf dem sich Andrews noch deutlich reifer zeigte. Drei Jahre danach erschien dann das dritte Album „Sun Gangs“. The Veils hatten mittlerweile ein paar Besetzungswechsel erlebt, der Kern der Band blieb jedoch mit Andrews und Bassistin Sophia Burn erhalten. Das Songwriting der Band war noch weiter gereift. Romantische Popsongs treffen auf ruhige Folkstücke und temporeiche Rocknummern. Für die Produktion zeigte sich seinerzeit Bernard Butler von Suede verantwortlich, der zuletzt auch mit Frankie and the Heartstrings arbeitete. An den Erfolg der Vorgänger konnte die Band mit „Sun Gangs“ allerdings nicht anknüpfen und so ließen sich The Veils bis zu ihrem vierten Album nun vier weitere Jahre Zeit.

Für den Release gründete die Band nun ihr eigenes Label Pitch Beast Records, blieb aber Rough Trade weiterhin als Vertrieb treu. Aufgenommen wurde das Album in Eigenregie in den Seedy Underbelly Studios im Laurel Canyon bei Los Angeles. Für das Mixing konnten sie dann wieder auf namhafte Unterstützung vertrauen, Bill Price, der sich einen Namen mit Arbeiten für The Clash, The Sex Pistols, Guns N‘ Roses und The Jesus & Mary Chain machte, kehrte extra für die Arbeiten an „Time Stays, We Go“ aus dem Ruhestand zurück. Eine Zusammenarbeit, die sich als Glücksgriff erweisen sollte. The Veils sind nämlich noch besser geworden. Im Opener „Through The Deep, Dark Wood“ zeigt sich die Band von einer wunderbar rockigen Seite und Finn Andrews croont sich leidenschaftlich durch das Stück. Im Grunde knüpfen sie hier auch an ihre 2011er EP „Troubles Of The Mind“ an, auf der sie anspruchsvollen Pop mit brodelndem Indie-Rock vereinten. Andrews wirkt teils beinahe getrieben, wenn er seine ganze stimmliche Energie in die Stücke legt. Bei der Mid-Tempo-Nummer „Train With No Name“ wirkt er mit seinem Timbre in der Stimme fast wie Bono Vox Mitte der 80er. Das Stück selbst stampft angenehm voran und bietet einen tollen Groove.

Beim Rocker „Dancing With The Tornado“ legt sich die Band dann mit einer Mischung aus Stoner- und Bombast-Rock in einer ausufernden Nummer richtig rein und präsentiert eine Nummer, auf deren Live-Umsetzung wir uns jetzt schon freuen. Überhaupt wird das Album gegen Ende immer stärker. „Birds“ etwa zeigt sich als gefühlvolle Folk-Ballade mit hübschem Erzähltempo und der richtigen Dosis Dramatik. Mit den stärksten Stücken „Another Night On Earth“, einem tänzelnden Popsong und dem sich immer weiter verdichtenden und gegen Ende emporsteigendem „Out From The Valley & Into The Dark“ beschließt die Band das Album nach zehn Stücken. Zehn Stücke, die The Veils von ihrer bisher reifsten und vor allem konsequentesten Seite zeigen. Finn Andrews scheint seinen Sound gefunden zu haben und hat sich in zehn starken Stücken auf ihn eingegroovt.

The Veils auf Deutschland-Tour

11. Juni 2013, Köln – Blue Shell
12. Juni 2013, Berlin – Bi Nuu
13. Juni 2013, Hamburg – Molotow Club
14. Juni 2013, Frankfurt – Das Bett
15. Juni 2013, München – Atomic Café

Tickets ab 17,20 EUR bei Eventim.de oder beim Tickethändler eures Vertrauens.


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Discussion

  1. […] Frontmann Finn Andrews den Erfolg zu wiederholen und veröffentlichte im letzten Jahr mit “Time Stays, We Go” sein stärkstes Album seit langem. Über den Ruf als Geheimtipp kommen The Veils in Deutschland […]

    Posted by Wir präsentieren: The Veils – Deutschland-Tour im April | WhiteTapes | Februar 17, 2014, 11:40 am

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