Rezensionen

The Veils – Sun Gangs

Das Herz als Mittelpunkt des Universums? Ja, zumindest auf dem Album-Cover des mittlerweile dritten The Veils Albums. Da ist nämlich das Herz abgebildet, umgeben von allen Sternenbildern. Das macht durchaus Sinn, denn das Herz ist auch das, worauf die Musik von The Veils im Kern abzielt, das heißt aber nicht, dass es nur Herzschmerz-Songs und Schmachtfetzen gibt. Vielmehr gibt es Rockmusik mit Herz und einem Hang zu Dramatik und leichter Verschrobenheit. Musik, die auf der Suche ist, nach Gefühl, nach Emotionen und vor allem nach sich selbst. In ihr spiegelt sich die Suche von Frontmann Finn Andrews, Sohn von XTC Mitbegründer und Wave-Legende Barry Andrews wieder, der in wechselnden Besetzungen seit dem ersten The Veils Release „The Runaway Found“ seine Selbst- und Stilsuche musikalisch darlegt.

Davor schreckte er nie vor unpopulären Entscheidungen (Mitgliederwechsel) und Melodramatik zurück. Die Liebe zur Melodramatik hat er nun mit jeder Menge Melancholie und Pop-Geste zum dritten Album „Sun Gangs“ verbunden. Es öffnet mit „Sit Down By The Fire“, einem schönen, folkig angehauchten Pop-Song über das Schlussmachen mit stampfenden Drums und einem schönen Chor. Ein Song, der die leicht schwülstige Romatik des gesamten Albums in knapp 4 Minuten zusammenfasst. Im Song „The Letter“ wird diese verpackt in einen hallenden Brit-Pop-Song, auf den Coldplay vermutlich auch stolz wären. In „Killed By The Moon“ lässt Andrews den Rocker raus und begibt sich stimmlich beinahe in die Nähe von Jack White. Das bleibt aber der extremste Gesangsmoment auf „Sun Gangs“, die flehend, hysterisch fordernde Komponente von Andrews’s Stimme ist aber natürlich immer da. Zusammen mit mal an Echo & The Bunnymen und häufig auch an Nick Cave erinnernden Kompositionen trifft das Album damit genau an eine Stelle, das Herz. Dabei fehlt vielleicht ein so herzzereißender Instant Classic, wie „The Leavers Dance“ vom Album „The Runaway Found“, dafür ist das Album durchgängig auf einem höheren Niveau als „The Runaway Found“.

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