Rezensionen

The Unwinding Hours – The Unwinding Hours (s/t)

Quasi zum 15ten Geburtstag des schottischen Labels Chemikal Underground haben zwei Mitglieder des ewigen Geheimtipps Aereogramme in den letzten beiden Jahren an ihrem gemeinsamen Projekt „The Unwinding Hours“ gearbeitet, um es als Geburtstagsgeschenk an das Label in die Welt zu tragen. So oder so ähnlich hat sich das jedenfalls bei Craig B. und Iain Cook zugetragen. Wobei das so ähnlich dann wohl in den Vordergrund gehört und der Geburtstagsaspekt des Labels nur eine Randnotiz bleibt.

So bleibt folgende Erkenntnis: die Aereogramme sind zwar leider Geschichte, die beiden kreativen Köpfe stecken besagte dennoch zusammen und schenken uns ein neues Album. Ein prachtvolles Geschenk, wie sich schnell zeigt. Genau genommen direkt im Opener „Knut“. Ein sechsminütiges Stück zwischen Post-Rock und Pop mit anspruchsvollen Soundschichten, das den Hörer mit fortschreitender Dauer fort bläst und die Kinnlade runter klappen lässt. Mit „Tightrope“ zeigt das Duo dann seine zartes Gespür für Gitarrenpop mit ganz großer Geste und viel Gefühl. Das wird auf dem Album auch das Markenzeichen von The Unwinding Hours. Verzerrte, geschichtete Gitarren, epische Streicherarrangements, gekonnte Wechsel zwischen leisen und lauten Passagen und emotionaler Gesang gehen direkt über die Ohren ins Herz und laden zum stundenlangen Verweilen mit diesen beiden schwermütigen Schotten ein. Da fällt es dann auch eigentlich gar nicht mehr ins Gewicht, dass Aereogramme inzwischen Geschichte sind, wenn Craig B. und Iain Cook ihrem musikalischen Können derart gekonnt Ausdruck verleihen.

Rating: ★★★★½
Unwinding Hours

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