Rezensionen

The Twilight Sad – The Wrong Car (EP)

Relativ genau ein Jahr hat das zweite The Twilight Sad Album „Forget The Night Ahead“ nun schon auf dem Buckel. Eine Zeit, in der die schottischen Düsterrocker viele Erfolge feierten, auch bei Kritikern hierzulande. Ihre Tour hier lief leider eher solala, zumindest, was die Besucherzahlen betraf. In England und Amerika feierten sie dagegen große Erfolge und zählen nun mit Frightened Rabbit und We Were Promised Jetpacks zum Triumvirat der schottischen Indie-Szene. Einziges Problem im letzten Jahr dürften höchstens die ganzen Vampir-Film-Fans sein, die auf die Band aufmerksam wurden, aber das ist eine andere Geschichte. Quasi zum Jahrestag des Album-Release und pünktlich zur nächsten UK-Tour veröffentlichen sie nun ihre neue EP „The Wrong Car“.

Darauf schließen sie eigentlich direkt an die Stärken ihres Albums an. Lassen sich im Titelsong aber etwas Zeit. Es dauert knapp eine Minute, bis sich nach leisen Klavier-Klängen und hintergründig aufbrausenden Gitarren so langsam die Melodie aufbaut. Die ist wie immer düster mit dumpfem Klavier, tiefem Bass und der dunklen Stimme von Sänger James Graham, die mit schottischem Akzent langsam und ohne große Schmalzgesten erzählt. Nach knapp zwei Minuten wird es dann noch lauter und The Twilight Sad ziehen den Hörer mit der ihr eigenen ganzen Wucht in den Bann. So geht düstere Rockmusik, ganz ohne große Gesten, schmalziges Gehabe und komischen Spitznamen, wie „Graf“. Da darf ein Stück auch acht Minuten lang sein. Keine Sekunde ist hier zu viel, jede Note notwendig, um eine dichte Atmosphäre zu stricken, in der man voll eintauchen kann. Mit „Throw Yourself In The Water Again“ hat es ein weiterer neuer Song auf die EP geschafft. Die Gitarren-Melodie wirkt beinahe so, als könnte sie auch von Placebo stammen, die Gefahr nach den Briten zu klingen umschifft die Band aber schnell mit melancholischer Note und natürlich der dunklen Stimme von James Graham. Die Remixe von Mogwai („The Room“) und Errors („Reflection On The Television“) sind gegen Ende eher Beiwerk. Kann man sich mal anhören, auch wenn „Reflection On The Television“ mit Elektro-Elementen beim besten Willen nicht zur Tanznummer taugt, da können sich Errors noch so viel Mühe geben. Da ist Mogwai der Transport auf die Tanzfläche schon eher gelungen. Der Remix klingt beinahe nach Underworld, taugt aber wohl eher zum sanften Schunkeln.

Rating: ★★★★☆
The Twilight Sad

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