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The Twilight Sad – Nobody Wants To Be Here and Nobody Wants To Leave

The Twilight Sad - Nobody Wants to Be Here and Nobody Wants to Leave

Im Leben einer Band kommt immer mal der Punkt, an dem man beginnt an sich und seiner Musik zu zweifeln. Auch The Twilight Sad waren vor nicht allzu langer Zeit an diesem Punkt. Nachdem sie vor zweieinhalb Jahren ihr drittes Album „No One Can Ever Know“, veröffentlichten war es irgendwann soweit. Die Band hatte inzwischen eine gewisse Routine aus Touren und Albumreleases und sich mittlerweile sogar einen gewissen Namen in den USA erarbeitet. Im letzten Jahr, als die Band ihr zehnjähriges Jubiläum feierte und mit den Planungen für ein neues Album begann, stellten sich The Twilight Sad in Frage und überlegten, ob sie wirklich weiterhin in dieser Routine leben wollen. Nach ein paar Anläufen im Studio, bei denen auch Tourbassist Johnny Docherty dabei war, merkte das Trio, dass sie weiterhin Spaß an dem haben, was sie tun und begann sich nun in die Arbeit am vierten Album zu knien. Das Werk sollte all die verschiedenen musikalischen Formen wider spiegeln, die der Sound von The Twilight Sad in den letzten zehn Jahren angenommen hat und von alles von ruhigen, spärlich instrumentierten Stücken bis hin zu Shoegaze-Momenten mit wuchtigen Soundwänden bieten.

„Nobody Wants To Be Here and Nobody Wants To Leave“ ist das Ergebnis dieses Ansatzes und laut Sänger James Graham ist es das persönlichste Album der Band. „I had a lot I wanted to get off my chest and I’ve done that with this new record“ sagte er gegenüber Contact Music und ergänzte im Interview bei GoldFlakePaint: „I think it’s the most fucking ‚out there‘ I’ve ever been. I usually use a lot of metaphors, but on that I didn’t really do it. […] I’ve always put myself out there as a songwriter but it’s always been hidden somewhat. I’m glad I chose not to be for once though, because it really kick-started the whole album for me.“.

Auch für Fans dürfte „Nobody Wants To Be Here and Nobody Wants To Leave“ eine persönliche Angelegenheit sein. Denn jeder Fan hat etwas ganz persönliches, das ihn mit The Twilight Sad verbindet und der Ansatz der Band Elemente der drei bisherigen auf einem Album zusammenzufassen, bietet jedem Fan eine ganz persönliche Note, für die er das Album mögen könnte. Klanglich ist diese Symbiose aus den drei Alben dann auch gelungen. The Twilight Sad haben ein Gleichgewicht aus lauten, verzerrten Gitarrenwänden, leichten Synthiesounds und atmosphärischen Klangflächen gefunden. Dadurch gelingt es der Band ab der ersten Sekunde des ruhigen, dicht arrangierten „There’s A Girl In The Corner“ eine extrem fesselnde Atmosphäre aufzubauen, die sowohl in ruhigen Momenten, wie bei „It Never Was The Same“, als auch beim aufbrausenden „In Nowheres“ eine Gänsehaut erzeugt. Das sorgt zwar dafür, dass es dieses Mal keine direkten „Hits“, wie auf den Vorgängern gibt, dafür wachsen die Tracks noch stärker als je zuvor mit jedem Durchlauf und machen „Nobody Wants To Be Here and Nobody Wants To Leave“ zum bisher konsequentesten und somit vielleicht auch stärksten Album der Band.

Bei Drowned in Sound findet ihr das Album übrigens in voller Länge im Stream

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