Rezensionen

The Temper Trap – Conditions

Achtung, hier kommen Kosmopoliten, The Temper Trap kommen eigentlich aus dem australischen Melbourne, sind aber nun nach London übergesiedelt, um auch in der Alten Welt Fuss zu fassen und ganz nebenbei ist Frontmann Dougy Mandagi auch noch Sohn indonesischer Einwanderer. The Temper Trap sind also Weltbürger und so verwundert es auch nicht, dass ihr Sound keiner bestimmten Region zuzuordnen ist. Der stellt eine Mischung aus Soul, Indie- und Alternative-Rock und Pop dar, ohne wie andere australische Bands zu sehr ins abstrakte abzudriften, oder den Weg in den Breitwandrock zu suchen. Arctic Monkeys Produzent Jim Abbiss bewies zudem beim Feinschliff von „Conditions“ ein goldenes Händchen. Aber von Anfang an. „Conditions“ heißt den Hörer mit einem warmen Orgelsound, Hand-Claps und der sanften Kehlkopf-Stimme von Dougy Mandagi willkommen. Man ist beinahe versucht eine Referenz zu den Bee Gees zu ziehen, käme dann nicht noch druckvolle Gitarren und Drums hinzu, um den Song zu einem mitreißenden und gefühlvollen Stück Indie-Rock werden zu lassen.

Auch „Rest“ baut auf die Stime Mandagi’s, der zieht die Vokale von „Ooooooooh Baaby“ schön lang und quietscht im bester Bee Gees Manier, unterlegt vom druckvollen Band-Sound reißt der Song ähnlich mit wie der Opener. Etwas Abwechslung täte nun allerdings gut , die dann mit „Sweet Disposition“, einer The Edge Gitarre (aus der „The Joshua Tree“ Zeit) und etwas anderer Songstruktur sogleich geboten wird. Mit „Down River“ öffnen sich The Temper Trap dann noch etwas mehr dem Pop, fahren den Bombastfaktor der Gitarren etwas zurück und lassen den Song größtenteils von den Drums tragen. Der Bombast kehrt allerdings schnell zurück, er steht The Temper Trap auch verdammt gut zu Gesicht und so windet sich Mandagi in „Soldier On“ (nein, kein Oasis Cover) dann zunächst gefühlvoll nur von sanft gezupfter Gitarre begleitet durch das Stück, um sich gegen Ende zu einer vollen Gitarrenbreitseite stimmlich aufzuschwingen und mitreißenden Stadionrock zu bieten, auf den U2 vermutlich neidisch wären. Im starken Konrast dazu steht das beinahe dancige „Fader“ mit stimmungsaufhellendem „Uhuhuhu“ und schnittiger Melodie, das ist dann mehr was für die Indie-Disco als für das Stadion. Das sehr soulige „Fools“ ruft dann den Bee Gees Vergleich wieder hervor, zeigt sich von der Melodie sehr zurückhaltend, kramt aber gegen Ende noch einmal den Pathos raus und zeigt Mut zur großen Geste, der The Temper Trap hier aber auch ruhig hätte verlassen dürfen, der Song hängt im Vergleich zu sehr durch. Mit „Science Of Fear“ haben The Temper Trap dann fast am Ende des Albums noch einmal einen Hit platziert, die Melodie ist dringlich, der Gesang mitreißend und der Song eingängig und vor allem prägnant und einprägsam. Der Abschluss mit „Drum Song“, einem Intrumental-Stück, das von Drums getragen wird, hätte dann nicht sein müssen und zeigt sich auch mehr störend und überexperimentell, als wirklich gefällig, oder originell. Das lenkt dennoch nicht vom guten Gesamteindruck eines mitreißenden Albums, dem ab und zu mal kurz die Puste ausgeht, ab.

Rating: ★★★½☆
The Temper Trap

Video zu „Science of Fear“

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