Rezensionen

The Swell Season – Strict Joy

1824866_170x170Als Glen Hansard 2005, oder Anfang 2006 zusammen mit seiner Band The Frames den Song „Falling Slowly“ schrieb, der sich später auf dem Album „The Cost“ wieder finden sollte, hätte er wohl nicht gedacht, dass er nicht allzu weit in der Zukunft genau diesen Song zusammen mit der tschechischen Musikerin Markéta Irglová noch einmal für den Soundtrack zum Film „Once“ einspielen würden und damit dann kurz darauf auch noch einen Oscar gewinnt. Das Schicksal hatte dennoch genau diesen Weg für den irischen Musiker, der seine Karriere ausgerechnet in einem Film über eine Band, die bei ersten Erfolgsanzeichen zerbrach, vorgesehen. Mal ganz ehrlich, wie viele Menschen schaffen es schon bereits mit ihrem zweiten Film einen Oscar zu gewinnen. Natürlich hatte das wenig mit seinem schauspielerischen Können zu tun, denn weder in „The Commitments“, noch in „Once“ kam es wirklich auf dieses Talent an, viel wichtiger war das Talent als Musiker und diese Rolle beherrscht er perfekt.

Das zeigt er nun auch, wieder zusammen mit seiner (scheinbar inzwischen ehemaligen) Lebensgefährtin Markéta Irglová als Duett-Partnerin. Beim zweiten gemeinsamen Album „Strict Joy“ hat sich das Duo nun für die Hits des Albums nicht nur auf das Umarrangieren von The Frames Stücken beschränkt. Zwei davon, nämlich „Falling Slowly“ und „When Your Mind’s Made Up“ waren die größten Highlights von Album Nummer 1, da ist es natürlich auch umso spannender zu sehen, ob solche Songs auch gemeinsam gelingen. Die Antwort lautet erst einmal nein. Solche Übersongs sucht man auf „Strict Joy“ leider zunächst vergebens. Der warme Grundton der Kompositionen und die gefühlvolle Note sind natürlich geblieben. Die erste Single „Low Rising“ zeigt dann sogar eine unbeschwerte Note, die bisher so bei The Swell Season noch nicht zu hören war. Die tiefe Dramatik ist aber auch geblieben, wie das Duett „The Rain“ mit zunächst sanfter, sich dann aber immer mehr steigernder Instrumentierung beweist. Etwas schwächer sind leider die Songs, bei denen Irglová die Lead-Stimme übernimmt, so kommt „Fantasy Man“ zwar als hübsche Komposition daher, doch weiß Irglová mit ihrer hohen Kopfstimme einfach nicht so überzeugend tiefes Gefühl zu transportieren, wie Hansard, wenn er sich beinahe überschlägt und dramatisch beim Singen zerbricht. Was „Strict Joy“ dann bei allem Gefühl und der Schönheit in der Stille dann leider ein wenig fehlt ist das Moment der Spontaneität, das dem „Debüt“ innewohnte. Damals ging das Duo völlig unbeschwert an das Projekt, um ein Begleitalbum zum gemeinsamen Film aufzunehmen, das hörte man dem Werk dann auch an. Manche Kompositionen klingen dagegen nun beinahe erzwungen und lassen den Raum vermissen, in dem sich das vorgetragene Gefühl auch richtig entfalten kann. So wirft das Album trotz seiner Schönheit dann doch die Frage auf, wann Glen Hansard denn auch wieder etwas mit The Frames machen will.

Rating: ★★★★☆
The Swell Season
Das ganze Album gibt’s übrigens bei 3voor12 im Stream und Links zu zwei Gratis-Downloads hier


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