Rezensionen

The Subways – Money and Celebrity

Es ist schon unfassbare sechs Jahre her, dass ein Teenager-Trio aus Welwyn Garden City, im britischen Süd-Osten mit ungestümem und herrlich naiven Rock die Welt eroberten. „Young For Eternity“ hieß das Album, „Rock’n’Roll Queen“ jener Hit, der die Band über Nacht bekannt machte und ihnen sogar einen Top 25 Hit bescherte. The Subways vertrauten damals auf Ian Broudie von The Lightning Seeds als Produzent. Dank ihm schwang in ihrem rauen Rocksound eine herrlich britische Punknote mit, die vor allem live im energiegeladenen Spiel des Trios besonders gut rauskam.

Drei Jahre voller Tourneen folgten und endlich auch der Nachfolger zu „Young For Eternity“. „All or Nothing“ sollte der heißen und erschien mittlerweile auf Warner Records. Einem Major. Ein Großer saß auch hinter den Reglern. Niemand anderes nämlich als Butch Vig. Genau, der Produzent, der schon Nirvana’s „Nevermind“, „Dirty“ von Sonic Youth und „Siamese Dreams“ von The Smashing Pumpkins mitgestaltete. Sich aber auch in jüngster Zeit für das blutleere Jimmy Eat World Werk „Chase This Light“ und das wenig originelle neue Foo Fighters Werk „Wasting Lights“ mitverantwortlich zeigte. Und auch The Subways tat der Produzentenwechsel seinerzeit nicht wirklich gut. Glattgebügelt und deutlich amerikanischer wirkte das Album. Auch Kritikermeinungen waren eher durchwachsen, der wachsende Charterfolg schien dem Trio aber recht zu geben. Die Liveanhängerschaft wuchs auch deutlich weiter, kein Wunder, gibt es doch kaum ein Trio, das live so unglaublich Spaß macht.

Wieder drei Jahre sollten sich The Subways nun auch Zeit bis zu Album Nummer 3 lassen. Und wieder saß ein anderer Produzent hinter den Reglern. Dieses Mal Stephen Street, der sich mit Arbeiten für Blur, Kaiser Chiefs, Graham Coxon, The Cranberries, Babyshambles und nicht zuletzt für The Smiths und Morrissey einen Namen machte. Einen viel britischeren Produzenten kann man also wohl kaum finden. Hört man „Money and Celebrity“ beschränkte sich dessen Arbeit aber wohl eher auf das glattbügeln kleinerer Makel.

Was The Subways auf „Money and Celebrity“ nämlich präsentieren ist die Fortführung der Tendenz, die sich schon auf „All Or Nothing“ andeutete. Hier gibt es glattgebügelte Rocksongs, die mit dem abwechselnden Gesang von Billy und Charlotte einfach geradeaus rocken wollen. Hier wird kein Wert auf künstlerischen Ausdruck, das Erkunden neuer Rockpfade oder auch nur eine originelle Note in den Stücken gelegt. Vielmehr wirkt es so, als würde das Trio den Studioaufenthalt als lästig empfinden und nur nutzen wollen, um mit möglichst vielen Partyhits für das nächste Konzert das Studio wieder zu verlassen. Kein Wunder also, dass sich auf „Money and Celebrity“ Songs wie „It’s A Party“, „We Don’t Need Money To Have A Good Time“, „I Wanna Dance With You“ und „Friday“ finden.

Originell geht anders, aber Party genau so. Und im Falle von The Subways reicht das auch, zumal sie sich damit auch nicht zu ernst nehmen. Und so freuen wir uns einfach auf das nächste, schweißtreibende Konzert mit dem Trio aus dem britischen Süd-Osten und legen „Money and Celebrity“ schnell zur Seite, wobei es sicherlich auch einen guten Beitrag zur nächsten WG-Party leisten kann.

The Subways auf Tour:

09. Oktober, Offenbach, Capitol
12. Oktober, Dortmund, FZW
13. Oktober, Köln, E-Werk
18. Oktober, Hamburg, Docks
24. Oktober, Berlin, Astra
04. November, München, Backstage Werk
07. November, Stuttgart, Longhorn


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