Rezensionen

The Strypes – Snapshot

The Strypes - Snapshot

Ausgetretene Pfade sind etwas für Feiglinge, denken sich ja viele Newcomer und versuchen mit ihrem Sound immer neue Wege in der Rock- und Popmusik zu finden, bis sie irgendwann ein bestimmtes Level erreicht haben, anfangen sich zurückzulehnen früher oder später auch auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Die Newcomer von The Strypes gehen da einen recht ungewöhnlichen Weg, der erst einmal direkt nach ausgetretenen Pfaden riecht.

Doch dahinter steckt mehr Kalkül, als man den zwischen 16 und 18 Jahre alten Iren zugetraut hätte. Die gründeten The Strypes gelangweilt von aktuellen Entwicklungen in der Rock- und Popmusik und haben sich dem Sound verschrieben, zu dem ihre Großeltern tanzten. Dafür wühlten sie auf ihrer selbstveröffentlichen 2012er EP „Young Gifted & Blue“ tief in der Geschichte von Blues, Rock’n’Roll, Garage Rock sowie der Gitarrenmusik der 60’s und 70’s. Das taten sie dann so gut, dass sie im letzten Jahr von Sir Elton John unter Vertrag genommen wurden. Seitdem hat die Band mit ihrer jugendlichen Ungestümheit und ihrem erfrischend altmodischen Sound ihren Siegeszug um die Welt angetreten, der ihr Debüt „Snapshot“ jetzt auch nach Deutschland geführt hat.

Zwar sehen die vier Teenager allesamt jünger aus als die Musiker von z. B. One Direction, doch haben sie diesen Disney-Channel Bands jetzt schon mehr voraus, als diese je aufholen können. The Strypes sind in ihrer Attitüde nämlich beinahe Punk und scheißen auf Trends. Stattdessen versuchen sie mit „Snapshot“ die bestmögliche Interpretation des Sounds zu liefern, den sie so lieben. Dafür bieten sie zwölf Songs mit nur 35 Minuten Spielzeit, auf denen sie alle Register ziehen und dem Hörer kaum eine Atempause gönnen. Dabei machen sie auch genau das, was sie live so auszeichnet. Nämlich als temporeich aufspielende, abgebrühte Bluesrocker, die in den Körpern von vier Teenagern in Kommunionsanzügen gefangen sind. Das ergibt extrem infektiöse Mischung, die zu schweißtreibenden ausrocken einlädt und einfach Laune macht. Dazu können auch ehemalige Punks in ihren 40ern tanzen und Teenager als Rockhelden abfeiern, die eigentlich ihre Kinder sein könnten. Die können sich dann auch noch über einen alten Bekannten freuen, die Produktion von „Snapshot“ übernahm nämlich Chris Thomas. Der dürfte vielen bekannt sein von seiner Mitarbeit an „The Dark Side of the Moon“, sowie einem Beatles Album und dem Klassiker „Never Mind the Bollocks, Here’s the Sex Pistols“ von den Sex Pistols. Er half den vier Iren dabei den Retro-Sound in die Gegenwart zu bringen und trägt sicherlich mehr als nur einen kleinen Anteil daran, dass „Snapshot“ trotz seines eigentlich abgedroschenen Sounds eine so jugendliche erfrischende Note hat.

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Discussion

  1. […] “The” und einem “Y” im Namen schreiben und sich dem Beat-Sound hingeben. The Strypes und The Spyrals sind hervorragende Beispiele dafür. Das Trio von The Wytches aus dem britischen […]

    Posted by The Wytches – “Wide at Midnight” | WhiteTapes | Dezember 13, 2013, 4:46 pm

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