Rezensionen

The Strokes – Angles

Mehr als fünf Jahre mussten Fans von The Strokes auf das nunmehr vierte Album der Band warten. Nach drei erfolgreichen Alben war den Mitgliedern eher nach Solo-Projekten zumute. Albert Hammond Jr. veröffentlichte gleich zwei Alben unter seinem eigenen Namen, Nick Valensi beteiligte sich in verschiedenen Kollaborationen, unter anderem bei Devendra Banhart’s Megapuss, Fab Moretti tobte sich bei Little Joy aus und Nikolai Fraiture machte ein Album als Nickel Eye. Zuletzt veröffentlichte dann Frontmann Julian Casablancas Ende 2009 sein Solo-Album „Phrazes For The Young“. Das bemerkenswerteste an Casablanca’s Solo-Album war die stetige Andeutung des Amerikaners, dass das neue The Strokes Album auch fast fertig sei und nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen würde. Wohl im Bewusstsein, dass kein Nebenprojekt der Mitglieder die Lücke schließen kann, die eine Pause der Vorreiter der The-Band Welle, die Anfang der Nulller durch die Musikszene rauschte, hinterlassen hat.

Nun sind The Strokes also zurück. Vor ein paar Wochen gab es mit „Under Cover Of Darkness“ auch den ersten Vorgeschmack. Ein Song, der das beste aus den ersten drei Strokes Alben. Uptempo-Rock mit Garage-Anleihen und Casablanca’s typischem leicht gelangweiltem Gesang. Dazu eine eingängige Gitarrenmelodie und ein lang gezogener Refrain. Mit fünf Jahren Abstand zum tollen „First Impressions Of Earth“ steigerte dieser Song natürlich die Erwartungen an „Angles“. Das macht aber auch die Enttäuschung bei den ersten Klängen, die man von „Angles“ wahrnimmt, noch etwas größer. Es beginnt mit einem billigen Keyboard, auf dem eine seltsame Reggae-Melodie gespielt wird. Die großen Fragezeichen in den Augen, bzw. Ohren werden auch durch die leichte Steigerung im Refrain nicht kleiner. Und solche Momente gibt es auf „Angles“ in der Folge noch reichlich. Beispielsweise „Two Kinds Of Happiness“. Ein Song, der zwar einen wirklich starken Refrain mit toll röhrendem Casablanca’s und eine gelungene Instrumental-Bridge besitzt, aber in den Stufen in beinahe unhörbaren Soft-Rock abdriftet. „You’re So Right“ möchte sich so gar nicht erschließen, ebenso wie „Games“, in dem sich die New Yorker an Elektro- und Down-Beat-Spielereien versuchen. Einzig gegen Ende lassen The Strokes mit „Gratisfaction“ noch einmal die Qualitäten ihres Debüts „Is This It“ aufblitzen und schaffen auch mit den folgenden letzten zwei Stücken so etwas wie ein versöhnliches Ende. Das düstere „Metabolism“ hat mit einem herrlich jaulenden Casablanca’s einen gewissen Charme und „Life Is Simple In The Moonlight“ grooved sich in Mid-Tempo aus. Dieses versöhnliche Ende ist allerdings  etwas zwiespältig, täuscht es doch nicht über den Großteil sehr durchwachsener Songs auf „Angles“ hinweg.

Rating: ★★½☆☆
The Strokes

The Strokes – Under Cover Of Darkness
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