Rezensionen

The Streets – Everything Is Borrowed

Mike Skinner war schon quasi am Ende. Der Weg startete mit seinem Debüt in den Sozialsiedlungen der englischen Suburbs, bewegte sich auf dem Zweitwerk in die Milieus der Vorstädte und analysierte auf „The Hardest Way To Make An Easy Living“ die Schattenseiten des Starruhms, danach kann eigentlich nur noch der Absturz folgen. Der schien auch nahe, denn viele Fans sahen sich plötzlich verraten, da Mike nun nicht mehr über ihr Leben rappte, sondern über abgehobene Themen, die nichts mit ihnen zu tun haben, wen interessieren schon Celebrity-Partys? Diese Kritik scheint er sich nun auf „Everything Is Borrowed“ auch teilweise zu Herzen genommen zu haben.

Nicht beim Sound, der ist noch poppiger geworden und zu den Raps gesellen sich noch mehr Gesangspassagen, als auf den Vorgängern. Die Themen, die sich Mike Skinner vorknöpft sind dafür nun weder das Leben auf der Straße, noch Boulevardgazetten, sondern vielschichtig, wie zuletzt vielleicht auf seinem Debüt. Sehr dominant das Thema Religion, das er im Titeltrack „Everything Is Borrowed“, in „Heaven For The Weather“ und auch im Track „Alleged Legends“ auf unterschiedliche Arten verarbeitet. Zum Glück ganz ohne Pathos, oder Schmalz, sondern geradeheraus und vor allem beim Opener in Form eines sehr berührenden Popsongs. Dass Mike einer von den Guten ist will er dann auch noch durch die Themen Umweltschutz, im leicht albernen, ansatzweise dubbigen „The Way Of The Dodo“ und den typisch menschlichen Themen Weltschmerz und Verzweiflung, wie in den Tracks „On The Flip Of A Coin“, „On The Edge Of A Cliff“ und „The Escapist“ beweisen. Ob Mike Skinner nun seine „Credibility“ zurückerlangen wird ist fraglich, denn dafür sind seine Texte viel zu nachdenklich und vor allem die Songs wohl zu poppig. Dennoch ist gerade das die Stärke von „Everything Is Borrowed“, analytische Texte, verpackt in wohl arrangierten Popsongs, die an keiner Stelle aufgesetzt wirken. So ist das Album auch eine konsequente Weiterentwicklung des Sounds der Vorgängeralben und Mike Skinner scheint so gut, wie nie. Ihm gelingt es gekonnt seinen Hang zu massentauglichen Popsounds, mit seinen markanten, im Cockney-Akzent vorgetragenen Raps zu verknüpfen.

Video zu „Everything Is Borrowed“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=j8BHL5SWX0Q

The Streets Myspace
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