Rezensionen

The Staves – If I Was

The Staves - If I Was

Geschwister-Bands sind gerade im Folk sehr beliebt. Das galt nicht nur in der Hippie-Ära, sondern auch in diesem Jahrhundert. Irgendwie spiegelt ein harmonisches Verhältnis unter Geschwistern ja auch ein wenig den Geist der Folkmusik wieder und so ist es kein Wunder, dass man hier häufiger Verwandte findet. So zum Beispiel bei den britischen Folk-Newcomern von Cattle & Cane, wo sich gleich vier Geschwister finden. Auch die schwedischen Schwestern von First Aid Kit profitieren neben ihren intelligenten Folk-Entwürfen und den ausgefeilten Harmoniegesängen in ihren Stücken, in der öffentlichen Wahrnehmung von ihrem Verwandtschaftsverhältnis. Ähnlich ist das bei den drei Schwestern von The Staves, die vor knapp zwei Jahren ihr heißersehntes Debütalbum „Dead & Born & Grown“, veröffentlichten. Damit wurden sie zu den neuen Lieblinge der britischen Folkszene und waren bei gemeinsamen Auftritten mit Fionn Regan, Keaton Henson und auf US-Tour auch mit Bon Iver zu sehen. Der schloss die drei Sängerinnen so sehr ins Herz, dass er sich nicht nur zu dem Statement hinreißen ließ, The Staves seien die „beste Gruppe von Live-Sängerinnen, die ich je gehört habe“, sondern sich auch für die Produktion der letztjährigen EP „Blood I Bled“ und des zweiten The Staves Albums „If I Was“ hinter die Regler setzte.

Im Studio war dann nicht nur Juston Vernon zugegen, sondern auch seine gesamte Band und so präsentieren sich The Staves auf „If I Was“ mit deutlich aufwändigerer Instrumentierung. Wo die Stücke auf „Dead & Born & Grown“ zumeist noch spärlich instrumentiert waren und sie vor allem vom Harmoniegesang des Trios lebten, warten auf den Hörer jetzt ausgeprägte Arrangements, in denen neben Akustik-Gitarren und Drums nun auch häufiger Pianos, Streicher und Bläser zum Einsatz kommen. Das gibt den Stücken einen größeren Pop-Anstrich und lässt das Trio bei „Horizon“ ein wenig nach A Fine Frenzy klingen. Neben Pop-Elementen bedienen sich The Staves auf „If I Was“ auch beim Folk-Rock und bieten in Songs, wie „Teeth White“, „Black & White“ und phasenweise „Blood I Bled“ beinahe rockige Momente. Am besten beherrschen sie aber nach wie vor die ruhigen Töne und sorgen mit ihren Balladen für die ein oder andere Gänsehaut. Besonders herausgestellt seien hier das tieftraurige „No Me, No You, No More“, das gemeinsam mit dem folgenden „Let Me Down“ fast ein wenig die Stimmung des Bon Iver Debüts „For Emma, Forever, Ago“ widerspiegelt und auch die berührende Piano-Ballade „Sadness Don’t Own Me“, die einen schönen Abschluss des Albums bildet.

The Staves auf Deutschland-Tour

18. April 2015, Hamburg – Mojo Club
20. April 2015, Berlin – Heimathafen Neukölln
21. April 2015, München – Ampere

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