Rezensionen

The Spyrals – Out Of Sight

The Spyrals - Out Of Sight

Labels, Musikzeitschriften und Branchenkenner sind ja bekanntlich immer auf der Suche nach dem nächsten großen Ding. Einem Sound, der aufregend ist und die Massen in Plattenläden und zu Konzerten locken soll. Nach dem Retro-Rock-Revival Anfang des Jahrtausends kam recht schnell das Post-Punk-Revival, das kurz danach von einem Folk-Revival gefolgt wurde. Jetzt ist es auch schon wieder an der Zeit für den nächsten Sound, der durchgenudelt werden soll. Und wie es aussieht, ist das Beat-Musik und Blues-Rock, am besten in Kombination. Das zeigten schon die Teenager von The Strypes auf dem Haldern Pop, die eines der schweißtreibendsten Sets boten und derzeit anscheinend überall sind. Ihr Debüt-Album, das im September erscheint, dürfte wohl auch nicht unbeachtet bleiben. Auch die USA haben eine Band mit Blues-Rock / Beat-Sound zu bieten. Die sind zwar ein wenig älter als The Strypes und haben bereits ein Album veröffentlicht, in ihrem Namen kommt dennoch ein „The“ und ein „Y“ vor. The Spyrals bedienen also vollständig den aktuellen Trend und liefern auf ihrem zweiten Album „Out Of Sight“ auch gleich elf Songs, um für einen heißen Herbst zu sorgen.

Ganz, wie die ebenfalls aus Kalifornien stammenden Thee Oh Sees und Ty Segall, bieten The Spyrals in ihrer Musik eine wunderbar psychedelische Garage-Rock-Note. Eröffnet wird allerdings mit dem Blues-Stampfer „Need Your Fire“, in dem die Geister des 60ies-Rock noch verdammt lebendig sind. Stampfende Drums, ein marschierender Beat und dazu ein Gesangsstil, auf den selbst die Blues Brothers stolz wären. Die weiteren Songs zeigen eine noch treibendere Note des Bandsound. Gehetzter Gesang wird untermalt von Drums und Bässen, die immer in Bewegung sind und den Hörer auf die Tanzfläche zerren. Dort verfällt er in einen Tanzrausch, wie seine Eltern zu besten Beat-Zeiten. Damals, als der Sound von The Kinks, The Who und den Beatles dabei war Musikgeschichte zu schreiben und von unseren Großeltern als Gefahr für die Jugend gesehen wurde. Diesen Spirit tragen The Spyrals in jeder Note. Und wir wären froh, wenn der aktuelle Trend bedeutet, dass in den nächsten Monaten noch mehr Bands mit Beat-Sound und „Y“ im Namen an die Öffentlichkeit treten. Diese ungehobelte, charmante Note ist uns nämlich deutlich lieber, als die x-te ach so authentische Folk-Band aus einem Londoner Vorort.


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Discussion

  1. […] und einem “Y” im Namen schreiben und sich dem Beat-Sound hingeben. The Strypes und The Spyrals sind hervorragende Beispiele dafür. Das Trio von The Wytches aus dem britischen Brighton wirkt vom […]

    Posted by The Wytches – “Wide at Midnight” | WhiteTapes | Dezember 14, 2013, 12:45 pm

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