Rezensionen

The Soft Pack – The Soft Pack (s/t)

Eines muss man diesem Quartett aus San Diego lassen, als sie 2007 ihre Band gründeten bewiesen sie Mut. Man könnte auch sagen, sie wählten den punkigsten Namen, den man sich in Zeiten, in denen die Nachwirkungen des 11. Septembers noch immer jeden Tag spürbar sind, geben kann. Sie nannten sich The Muslims und wussten eigentlich genau, was sie damit taten. Seltsamerweise schienen sie dann ernsthaft so überrascht, bzw. vor allem genervt von Anfeindungen und rassistischen Kommentaren, dass sie sich irgendwann in The Soft Pack umbenannten. Ein Name, der weder Punk noch Protest wieder spiegelt. Aber den wollen The Soft Pack auch gar nicht vorleben, laut eigener Aussage war alles, was sie wollten „to start a band that played simple, catchy, smart rock songs.“ Die Jungs sind also auf Party aus. Aber warum auch nicht, in Zeiten von politischen und wirtschaftlichen Krisen ist so etwas doch manchmal genau das Richtige.

Auf der Party von The Soft Pack wird dann unter anderem Musik von Oasis, The Strokes und den Pixies aufgelegt, eine Mischung also aus erfolgreichem Punk, Rock und Indie der letzten knapp 30 Jahre, die zu einem alkoholgeschwängerten Abend einladen. Eine Mischung, die von den Eight Legs vor knapp 2 Jahren auf ihrem Debüt „Searching For The Simple Life“ schon verdammt mitreißend und auch noch wunderbar britisch präsentiert haben. Im Opener „C’mon“ machen The Soft Pack gleich klar, wie sie sich ihre eigene Mischung daraus denken Ein treibender Rhythmus, Schrammel-Gitarren und ein Mitgröhlrefrain. Das ganze komprimiert auf knapp 2 Minuten. Das macht Laune, geht in die Beine und ist nicht besonders schwer verdaulich. Genau wie das folgende „Down On Loving“, die Lyrics werden im Refrain schön lang gezogen, es gibt ein schönes Gitarrensolo und wieder treibende Rhythmusarbeit. Der Gesang ist in den Strophen beinahe atemlos und man sieht quasi die Fans vor der Bühne ausflippen. Viel anderes kommt dann auch nicht mehr, die Gitarren klingen immer schön schrammelig, manchmal beinahe nach Surfrock, der Gesang wirkt ein wenig gelangweilt, das verlangt schließlich die Coolness und die Rhythmen sind mit leichten Tempovariationen eigentlich immer gleich. Das heißt, trotz immer hohem Tempo, coolem Indie-Rock- / Punk-Sound und nur knapp 30 Minuten Album-Spielzeit geht The Soft Pack auf Albumlänge schnell die Luft aus. Dem Duo fehlt einfach der Mut zu ein wenig Variation und so wird die ewig gleiche Hit-Formel über Albumlänge stetig wiederholt. Einige Songs, wie „More Or Less“, oder „Answer To Yourself“ stechen dabei zwar heraus, beweisen, warum ausgerechnet sie das nächste große Ding im Hypezirkus sein sollten können The Soft Pack allerdings kaum. Diesen Part haben die Eight Legs nämlich bereits deutlich überzeugender gespielt und mittlerweile mit ihrem zweiten Album sogar bewiesen, dass sie zu mehr als nur einer kurzen Party taugen.

Rating: ★★☆☆☆
The Soft Pack
The Soft Pack auf Tour:

01. März, Köln, MTC
06. März, Hamburg, Grüner Jäger
07. März, Berlin, Zapata Tacheles

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