Rezensionen

The Slow Show – White Water

The Slow Show – White Water

Es gibt wohl kaum eine britische Stadt, die so sehr für ihren prägenden Sound bekannt ist, wie Manchester. Von hier stammen Legenden, wie The Smiths, Joy Division, New Order, The Fall, The Stone Roses, die Happy Mondays und unzählige mehr. Der Einfluss des Sounds geht natürlich weit über die Grenzen Manchester’s hinaus und hat Musiker in aller Welt fasziniert und dazu inspiriert Songs zu schreiben. Darunter zum Beispiel Bands wie The National, Interpol oder Motorama. Auch wenn der Glanz der Vergangenheit vielleicht vergangen ist, auch heute bringt Manchester noch jede Menge Bands hervor, denen man eine große Karriere gönnen würde. Da wäre etwa das Quartett MONEY, das 2012 mit „The Shadow Of Heaven“ eines der eindrucksvollsten Debüts der letzten Jahre veröffentlichte. Oder auch die Newcomer von Hartheim und die leider aufgelösten Kult Country.

Auch The Slow Show, eines der jüngsten Signings des Haldern Pop Hauslabels, tritt nun inspiriert von anderen Manchester Bands auf den Plan. Allerdings weniger in Tradition von Rave oder Brit-Pop, sondern am ehesten mit einer Verneigung vor Post-Punk und dem etwas breitwandigeren Sound von Elbow.

Daher klingt bei The Slow Show zwar eindeutig die Heimat durch, doch wildert die Band auch in Americana- und Noir-Sounds, reichert die Songs mit einer guten Prise Soul an und verdichtet seine Stücke mit Pathos, Chören, Streichern und Bläsern zu weit ausholenden, düsteren Pop-Songs mit dichter Atmosphäre. Das führte Kollegen dazu, die Band zum Beispiel mit Nick Cave, Lambchop, The Tindersticks und vor allem The National zu vergleichen. Gerade letzterer Vergleich liegt nahe, da Sänger Rob Goodwin seinen tiefen Bariton mit ähnlich viel Pathos und teils heiserem Gesangsstil einsetzt, um den Stücken eine ganz besondere emotionale Tiefe zu verleihen.

Diese Herangehensweise macht „White Water“, das erste Album von The Slow Show, dann auch zu einem durchaus beachtenswerten Debüt, das mit dem Opener „Dresden“, dem berauschenden „Bloodline“, dem bittersüßen „Flowers to Burn“ und dem traurigen „Lucky Me, Lucky You“ einige Stücke zu bieten hat, die auch The National in ihrer stärksten Schaffensphase gut zu Gesicht gestanden hätten. Einzig bei den ruhigeren Balladen zeigen The Slow Show zwar, dass sie an der Tiefe ihrer Songs noch etwas arbeiten müssen, um auch eine Ballade über 4 Minuten interessant zu halten, aber das kommt mit der Zeit sicherlich noch und tut der Platte insgesamt auch keinen Abbruch.

The Slow Show auf Deutschland-Tour

21. Mai 2015, Köln – Luxor
22. Mai 2015, Haldern – Haldern Pop Bar
23. Mai 2015, Dortmund – Way Back When Festival
24. Mai 2015, Beverungen – Orange Blossom Festival
25. Mai 2015, Hamburg – Prinzenbar
26. Mai 2015, Berlin – Privatclub
27. Mai 2015, Dresden – Beatpol
29. Mai 2015, München – Strom


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