Rezensionen

The Rakes – Klang

Berlin, ein Ort, der spätestens seit Bowie und U2 als der Ort musikalischer Inspiration und Neuerfindung für Künstler gilt. Ein Ort auch, der im Moment wie nie zuvor beinahe magnetische Anziehungskraft auf Musiker ausübt. Auch The Rakes folgten dem Ruf Berlins und machten sich für die Arbeiten an ihrem dritten Album „Klang“ auf in die deutsche Hauptstadt. Das allerdings nicht, um die Magie der Stadt in die Songs zu transportieren, sondern um den Sound als Band dichter und zusammenhängender klingen zu lassen, so erklärte es zumindest die Band im Interview mit uns. Berlin also als Gruppentherapie und nicht als Inspirationsquelle.

So nahm sich die Band dann also die bereits in London fertig geschriebenen Stücke in knapp zwei Wochen vor und bannte sie mit einem selbst für die Band nie dagewesenen Tempo auf Platte. The Rakes haben sich alles andere als neu erfunden, viel mehr klingen die neuen Songs noch viel näher an den klassischen Vorbildern des Post-Punk, als noch die beiden Vorgängeralben „Capture/Release“ und „Ten New Messages“. Wieder ist da Alan Donohoe’s paranoid, mal abgehackter, meist gehetzter Gesang und das temporeiche, schrammelig raue Gitarrenspiel Matthew Swinnerton’s, mit dem sich die Band durch 10 Songs und knapp 30 Minuten rockt. Im Prinzip ist „Klang“ genau so, wie es sich die Band vorstellte, rau, leicht chaotisch, aber immer mit dem allerletzten Hang zur Melodie, der den Songs immer einen Funken Eingängigkeit bewahrt. Thematisch geht es wie immer bei der Band ums Ausgehen, um die britische Gesellschaft und wie bei den Editors auch schon, um das Leid der Raucher, die nun vor den Pubs stehen müssen. Scheinbar ein brisantes Thema in England. Berlin sucht man dagegen lange auf „Klang“, die einzigen Verweise bleiben der deutsche Name und die Single „1989“, in der es aber nur oberflächlich um Berlin geht. Aber man muss Berlin auch gar nicht hören, um zu wissen, dass The Rakes wieder ein unterhaltsames und vor allem kurzweiliges Post-Punk Album gelungen ist, dass sogar noch zackiger und abgehetzter klingt als seine Vorgänger.

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