Rezensionen

The Parlotones – A World Next Door To Yours

Kürzlich fanden wir in unserem Email-Postfach, der Beweis dafür, dass aus Afrika mehr als nur Spams kommen. Okay, die Email selbst kam aus Deutschland, behandelte aber eine Band aus Süd-Afrika. Das ist genau genommen zwar auch nichts neues, denn Dear Reader kommen auch daher, dennoch bleibt da diese exotische Note. Überhaupt schein Afrika einer der Trends des Jahres zu sein, denn mit The Parlotones, Dear Reader und den BLK JKS machen dieses Jahr gleich drei Süd-Afrikanische Bands in Europa von sich reden. Dazu kommen dann noch The Very Best aus Malawi, die in diesem Jahr ebenfalls ihr Debüt in Deutschland veröffentlichen werden. Nachdem die Metropolen der westlichen Welt abgeklappert sind, liegt nun also Afrika im Trend. Das besondere daran ist eigentlich, dass der exotischte Sound aus den Metropolen kommt, die nun auftauchenden afrikanischen Bands beschränken sich mit Ausnahme der BLK JKS fast vollständig auf westliche Musik.

So auch The Parlotones, wenn man es nicht besser wüsste könnte man anhand ihres mittlerweile zweiten Albums „A World Next Door To Yours“ beinahe sogar meinen, sie kämen aus Las Vegas und nicht aus Süd-Afrika. Schon der Opener „Giant Mistake“ macht klar, hier geht es um amerikanische Indie-Rock-Musik. Von Sänger Kahn Morbee voller Pathos vorgetragen und mit ordentlich Druck von seiner Band versehen. Melodisch und mit extremem Ohrwurmpotential kommt der daher. Einen Preis für Originalität werden sie damit nicht abschießen, aber darauf kommt es nicht an. Die haben die Killers ja auch schon lange aufgegeben und dennoch spielen sie vor ausverkauften Hallen. Hier geht es um melodischen Indie-Rock mit Gefühl, einer Prise Melancholie und Eingängigkeit. Die Stärke der Parlotones ist, dass sie im Gegensatz zu den Jungs um Brandon Flowers auch ohne Kitsch auskommen und sich auch in ruhigeren Songs noch völlig authentisch geben. In die Nähe des Kitsch geraten sie kurz mit den Trompeten von „I’m only Human“, danach nimmt das Album aber wieder eine Wendung ins rockige und schlägt sich im Verlauf durch verschiedenste Stimmungen. Von depressiv bedrückt bis ausgelassen jubilierend sind Songs für jede Lebenslage dabei, die vielleicht nicht als Klassiker in die Indie-Rock Hall Of Fame einziehen werden. Auf jeden Fall sind sie aber wie gemacht für einen wechselhaften deutschen Sommer, der auch von Regen auf Sonne springt und einige Gewitter bereit hält.

Rating: ★★★½☆
Parlotones

Video zu „Overexposed“

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