Rezensionen

The Pains Of Being Pure At Heart – The Echo of Pleasure

The Pains Of Being Pure At Heart - The Echo Of Pleasure

Für jede Band ist es das gleiche Dilemma, Fans und Kritiker verlangen stets eine Weiterentwicklung und etwas Neues von der Band. Entfernt sich die Band jedoch im Laufe der Zeit zu weit von dem Sound, mit dem der Durchbruch gelang, sind Fans, die in der Erfolgsphase zur Band gefunden haben, enttäuscht und allenfalls Kritiker freuen sich noch. Bleibt die Band zu nah am geliebten Sound, werfen Kritiker einem Wiederholung vor und die Fans langweilen sich. Im Grunde kann man also sagen: es ist für eine Band fast unmöglich Fans und Kritiker zufrieden zu stellen und dabei Songs zu schreiben, mit denen man selbst zufrieden ist. Viele Bands sagen deshalb zurecht, dass sie in erster Linie Musik schreiben, bei der sie ein gutes Gefühl haben. Ähnlich machten es The Pains Of Being Pure At Heart laut eigener Aussage bereits bei ihrem 2009er Debüt „The Pains Of Being Pure At Heart“ und dem nicht minder erfolgreichen „Belong“. Auf beiden Alben zeigte sich ein Quintett, das beflügelt durch seine Freundschaft und inspiriert von gemeinsamer Liebe zu C86 Sounds, Grunge und Shoegaze, mit Leichtigkeit verträumten Indie-Pop kreierte und die Herzen weltweit verzauberte.

Im Anschluss an das zweite Album muss jedoch etwas passiert sein, The Pains Of Being Pure At Heart wechselten ein wenig die Besetzung und veröffentlichten mit „Days Of Abandon“, das begleitet wurde von Twitter-Rants von Bandleader Kip Berman, der sich über Kritiker, Fans und die Musikszene im allgemeinen ausließ. Das Album selbst zeigte im Kern den bekannten The Pains Of Being Pure At Heart Sound. Der Wechsel in einen etwas poppigeren Sound, der eine gewisse Nähe zu Shout Out Louds barg, ließ es jedoch etwas beliebig wirken und das Album recht schnell wieder vergessen. Drei Jahre später steht mit „The Echo Of Pleasure“ das inzwischen vierte Album der Band an. Die Besetzung ist dieses Mal wieder weitestgehend gleich und Kip Berman setzt zum Beispiel wieder auf Produzent Andy Savours und Gastmusiker wie Jen Goma (von A Sunny Day in Glasgow).

Der Albumtitel klingt für Fans der ersten Stunde beinahe wie ein Versprechen, denn jeder wünscht sich doch eine Erinnerung an die Freude zurückzubekommen, als man The Pains Of Being Pure At Heart das erste Mal hörte. Ein wenig kann Kip Berman dieses Gefühl dann auch tatsächlich aufleben lassen. Butterweicher Gesang trifft auf den typisch flächig verzerrten Gitarrensound der Band, der durch Synthies angereichert wird. Dabei gelingen ihm so träumerisch-leichte Songs wie „When I Dance With You“ mit schönem Tempo und überraschenden Effekten. Jedoch fehlt die letzte Konsequenz. Viel zu oft verliert sich die Band in Beliebigkeit und wiederholt alte Erfolgsrezepte in Form dahinplätschernder Songs, wie „Anymore“, dem seichten Opener „My Only“ und dem etwas zu gewollt pathetischem „Falling Apart So Slow“. Nett gedacht war sicherlich auch wieder einmal einen Song komplett mit Frauenstimme als Abwechslung auf dem Album zu präsentieren. Dass „So True“ dann jedoch klingt, als hätte es auch von einer ABBA Tribute Band sein können, tut dem Album nicht wirklich gut. Das liegt vielleicht auch daran, dass es länger keine feste Frauenstimme mehr gab in der Band. Seit Days Of Abandon wechselt diese live zwischen drei Musikerinnen..eine wird schon irgendwie immer Zeit haben. Dabei besitzt das Album wie erwähnt hoffnungsvolle und durchaus starke Momente, wie auch den Titeltrack „The Echo Of Pleasure“. Als Gesamtwerk ergibt das auch eine sonnige, leichte Mischung, die sich gut hören lässt. Das Versprechen selbst bleibt allerdings eines und verhallt am Ende leider ein wenig. Vielleicht ist auch einfach das Problem, dass die Band selbst seit den Mitgliederwechseln vor Days Of Abandon unbeständig und keine Einheit scheint.


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