Rezensionen

The Pains Of Being Pure At Heart – Days Of Abandon

The Pains Of Being Pure At Heart - Days Of Abandon

Ganze drei Jahre sind bereits seit dem letzten The Pains Of Being Pure At Heart Album „Belong“ vergangen, das die Brooklyner seinerzeit mit Produzentengröße Flood aufnahmen, der es wie so häufig drauf hatte, der Band seinen Stempel aufzudrücken. Damals aber glücklicherweise, ohne dass die Band ihren Sound ganz verloren hätte. The Pains Of Being Pure At Heart zeigten sich lediglich etwas shoegaziger, fuzziger und wohl auch mit etwas mehr Hang zu breitwandigeren Popsounds, als auf ihrem Debüt „The Pains Of Being Pure At Heart“, das eher mit reduzierten Melodien und euphorisierend wie melancholischen Klängen daher kam.

In der Besetzung der Band ist seitdem auch einiges passiert. Live-Gitarrist Christoph Hochheim spielt nur noch ab und zu mit der Band und Keyboarderin Peggy Wang ist ganz ausgestiegen, um sich als Autorin bei Buzzfeed ihr täglich Brot zu verdienen. Weibliche Unterstützung an Keyboard und Gesang kam dafür auf dem dritten Werk „Days Of Abandon“ nun je nach Song von Jen Goma (A Sunny Day In Glasgow) und Kelly Pratt (Beirut). Wohl auch wegen der Personalwechsel werden The Pains Of Being Pure At Heart mittlerweile vom Label gern als Bandprojekt von Frontmann Kip Berman bezeichnet.

Das passt zu Kip. Nicht, weil er als Egomane auftrat, sondern weil er ein Künstler ist, der eine sehr konkrete Vorstellung von seinem Schaffen hat und von dem Weg, den er mit seiner Musik gehen möchte, weshalb man seine Handschrift deutlich erkennen konnte. Auf „Days Of Abandon“ geht er den eingeschlagenen Weg weiter. Wie gewohnt bietet das Album verträumte Indie-Pop-Songs mit Einflüssen aus Shoegaze und Noise-Rock. Insbesondere The Cure sind wieder einer der stärksten Einflüsse. Sänger Kip Berman würde wohl ganz klar als Lügner überführt, wenn er sagen würde, er habe „Disintegration“ noch nie gehört. „Days Of Abandon“ nähert sich nach dem etwas fetteren Sound auf „Belong“ wieder etwas mehr dem Debüt an. Es schwankt zwischen reduzierten melancholischen Stücken und leicht angekitschten Popmomenten, wie „Simple and Sure“ oder dem mit einem schrecklichen Wortspiel daherkommenden „Masokissed“.

So richtig überzeugen können The Pains Of Being Pure At Heart damit jedoch nicht auf ganzer Linie. Wo es anderen Bands gelingt durch konsequente Weiterführung ihres Sounds ein gewisses Gefühl der Vertrautheit und des Willkommenseins zu schaffen, klingen die Brooklyner mit ihren süßlichen Pop-Melodien recht schnell beliebig, ein wenig so wie Shout Out Louds und ähnliche Bands. Solche Bands machen zwar Spaß, von The Pains Of Being Pure At Heart ist man aber wertigeres mit mehr Tiefe gewöhnt. „Days Of Abandon“ ist ein wenig wie ein alter Freund, der zehn Jahre nach dem letzten Treffen immer noch die selben Geschichten erzählt. Den hat man zwar gern, aber irgendwie langweilt er einen dann doch. Live dürfte das alles aber keinen großen Unterschied zu bisher machen und so freuen wir uns auf die Tour – und, um Missverständnissen, ob dies nun eine wirklich schlechte Review ist, vorzubeugen: The Pains Of Being Pure At Heart haben mit Days Of Abandon ein solides Indie Pop Album abgeliefert, das allen mal wieder vorführt, wie gut dieses ominöse Genre Indie sein kann.

The Pains Of Being Pure At Heart auf Deutschland-Tour (Support: Fear Of Men)

18. Juni 2014, Stuttgart, Club Schocken
19. Juni 2014, München, Strom
20. Juni 2014, Berlin, Magnet
21. Juni 2014, Frankfurt, Zoom
22. Juni 2014, Münster, Gleis 22
24. Juni 2014, Hamburg, Knust
25. Juni 2014, Köln, Luxor


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