Rezensionen

The National – Trouble Will Find Me

The National - Trouble Will Find Me

Seit 14 Jahren sind The National aus Brooklyn nun schon unermüdlich auf einer Mission unterwegs. Die Mission scheint die Kultivierung der Traurigkeit in majestätischen, wunderschönen Songs, die einen immer wieder tief berühren. Das liegt vor allem an Matt Berninger’s sonorem Bariton und dem unverwechselbaren Songwriting der Band. Acht Jahre hat es gedauert, bis die Band 2007 mit „Boxer“ erstmals ein wenig über den Indiesektor hinaus von sich Reden machen konnten. Das lag natürlich an dem Hit „Fake Empire“ aber auch am bis dahin schlüssigsten Album der Band, das The National sogar einen Platz in den Top 100 der amerikanischen Charts einbrachte. Das nur drei Jahre später veröffentlichte „High Violet“ stellte dann wohl endgültig den kommerziellen Durchbruch der Band dar. Kritiker und Fans waren gleichermaßen angetan und erstmals erreichte ein Album der Band gleich in mehreren Ländern Goldstatus. Für „Trouble Will Find Me“ haben sich The National wieder drei Jahre Zeit gelassen und wieder einmal ein Album kreiert, auf dem sie die gleichen Zutaten liefern, wie schon in den letzten 14 Jahren. Und wieder einmal übt das Ergebnis eine seltsame Faszination aus.

Von Beginn an zeigt sich die Band absolut in sich ruhend mit gleichzeitig ruhig zurückgenommenen aber doch beinahe bombastischen Songs. Das ist natürlich ein Widerspruch, aber so wirkt der Opener „I Should Live In Salt“ nun einmal. Matt Berninger sprechsingt leidend durch das Stück, das in den richtigen Momenten ein wenig Tempo aufnimmt. Dabei leidet er noch ein wenig mehr als auf den Vorgängern, während die Band sich ein wenig zurückhaltender und kühler zeigt, als noch auf „High Violet“. Sanfte, sphärische Momente treffen auf Pianosounds und erzeugen zusammen mit dem Bariton Berninger’s in der Folge wohlige Gänsehautmomente.

In den 13 Songs auf „Trouble Will Find Me“ erweisen sich The National schlichtweg wieder als Phänomen. Die Band scheint sich nach wie nicht eine Spur von dem Hype anzunehmen, der um sie existiert und macht einfach ihr Ding. Das gelingt auf dem sechsten Album der Band mit einer unglaublichen Ruhe und Gelassenheit, die knapp 56 Minuten Gänsehautatmosphäre beschert. Dafür benötigen The National gar nicht viele Mittel und zeigen, das man auch ohne Gitarrenwände, Noise-Elemente und ausufernde Klangteppiche große Rocksongs schreiben kann.


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