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The Mary Onettes – Islands

Auf ihrem Myspace schreiben The Mary Onettes beim obligatorischen Punkt Einflüsse ganz einfach „mostly music from the eighties…“. Damit ist die Referenzschublade gleich auch weit geöffnet und Künstler, wie New Order, Echo & The Bunnymen, The Jesus & Mary Chain und The Cure warten nur darauf heran gezogen zu werden. Mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album startete ihre Karriere dann auch trotz geplatztem Platten-Deal mit dem Major Sony/BMG sehr aussichtsreich. In ihrer schwedischen Heimat wurden sie zum neuen Geheimtipp und legitimem skandinavischem Nachfolger von Aha und eine Platzierung in einer der wichtigsten amerikanischen Schnulzen-Serien (namentlich Grey’s Anatomy) sorgte dann auch dafür, dass sie sich mit den Songs „Lost“ und „Explosions“ weltweit in den Ohren der Zuschauer festsetzen konnten und ihr „Pleasure Song“ sogar 500.000 über die digitale iTunes Ladentheke ging. In Deutschland hatte das natürlich keine Auswirkungen, da sind The Mary Onettes auch mit ihrem zweiten Album „Islands“ noch Newcomer.

Das hat natürlich den Vorteil, dass man ganz unbefangen an das neue Werk von The Mary Onettes heran gehen kann. Zwar hat man den ein oder anderen Song schon gehört, soweit, dass man große Erwartungen an das Album hätte, ist es dadurch aber noch lange nicht. Dabei erwartet den geneigten Hörer dann natürlich einiges. Hübsche Synthies, ein Himmel voller Streicher und verträumter Gesang. Alles kombiniert im unterhaltsamsten Retro-Gewand mit jeder Menge verträumter Romantik und Melancholie. Ein Album, wie es Bands, die „mostly music from the eighties“ spielten auch gut zu Gesicht gestanden hätte. Wenn Sänger Philip Ekström im Opener „Puzzles“ singt „I’m going out to stay up all night“ ist das vielleicht nicht wirklich tiefsinnig, aber mit einer gehörigen Portion Sehnsucht vorgetragen, die auch dank der geschickt eingesetzten Synthies und der schwelgerischen Gitarreninstrumentierung nicht schmalzig, sondern einfach nur Herz erwärmend ist. Stimmlich ordnet sich Ekström dabei in direkter Nähe zur 80er Jahre Größe und The Cure Mastermind Robert Smith ein, was den 10 Songs auf „Islands“ noch einmal einen gehörigen zusätzlichen Charme verleiht. Die Spielweisen und Instrumentierungen auf „Islands“ sind zwar alle nicht neu und auch der schwelgerische Retrocharme ist vielleicht etwas homogen geraten, dennoch versammeln sich hier 10 tolle 80ies Hymnen an die Vergänglichkeit der Liebe, der Jugend. Damit tun sie eigentlich nicht mehr, als zu belegen, dass jenes Element, auf das Bands, wie The Cure und viele andere heute noch erfolgreiche 80er Jahre Bands ihren Erfolg begründen auch heute noch für junge Bands funktioniert.

Rating: ★★★★½
The Mary Onettes


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