Rezensionen

The Little Ones – Morning Tide

Mal abgesehen davon, ob Vergleiche mit anderen Bands immer sinnvoll sind, geschweige denn überhaupt stimmen, müssten diesem Prinzip nach ja zwei Bands, die mit der gleichen Band verglichen werden einen ähnlichen Sound haben. Klingt kompliziert, aber hier kommt auch schon das Beispiel zur Verdeutlichung, den sagenhaften Fleet Foxes hängt seit ihrer „Sun Giant“ EP ein Vergleich mit den Beach Boys hinterher, die wiederum auch eine Referenz sind, wenn es darum geht Vergleiche zu The Little Ones zu ziehen. Das Problem nun wiederum, The Little Ones und die Fleet Foxes haben nun einmal eben so überhaupt keine Gemeinsamkeiten im Sound, diese Bands vom Sound gleichzusetzen, was der Beach Boys Vergleich tut, wäre, als würde man behaupten Sächsisch wäre Hochdeutsch.

Die Erklärung für den Vergleich muss dann wohl, die Vielschichtigkeit des Beach Boys Sounds sein. Ist es auch, klingen die Fleet Foxes nach dem Album „Pet Sounds“ haben The Little Ones „Summer Dreams“ gefrühstückt. Der Sound von The Little Ones ist geprägt vom Sonnenschein, den die Fünf in ihrer Heimat Kalifornien in rauhen Mengen genießen dürfen. So verwundert dann auch der gut gelaunte, fußwippende, naive und zuckersüße Popsound von „Morning Tide“ nicht. Es scheint die Mission von The Little Ones zu sein, den Zuhörer bei jedem Song zum Mitwippen zu bewegen. Der Opener „Morning Tide“ weiß dann auch zu überzeugen, ein fröhlicher Indiepop-Song, von der Melodiverliebtheit sehr nahe an den Shins, vom Optimismus nahe an The Feeling. Irgendwann setzt beim Hören allerdings so etwas wie ein Zuckerschock ein, zum einen ob der immer gleichen Song-Rezeptur, Hand-Claps, OhOhOhs, fröhliche Instrumentierung, usw., so dass man sich stellenweise nicht sicher ist, ob man den Song nicht schon gehört hat und ob man das überhaupt noch möchte. Dann klingen die Songs stellenweise auch so klebrig süß, dass es einem fast das Trommelfell verklebt. Das ist wohl auch das Problem von fröhlichen Popsongs, sie sind wie Süßigkeiten, man ist sie gerne und auch viel mehr als gut für einen ist, man wird aber nicht satt davon und bekommt von zu vielen Bauchschmerzen. Für ein paar Hit-Singles, wie „Morning Tide“ und „Ordinary Song“ sind The Little Ones dennoch gut und dürften auch live extrem Spaß machen.

Video zu „Ordinary Song“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=YRxCgiYjskM

Myspace der Band
Künstlerprofil beim Label Cooperative Music

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