Rezensionen

The Last September – Volcano

The Last September - Volcano

Im September 2011 veröffentlichten die Schotten von The Last September ihr zweites Album „As The Crow Flies“. Damit ist der Name natürlich etwas missverständlich, ist jener September nun doch schon der vorvorletzte September. Aber Spaß beiseite, The Last September benannten sich schließlich nach einem Roman von Elizabeth Bowen, der 1929 und damit bereits vor einigen September erschien. Ein Roman für die Ewigkeit, der wohl auch länger überdauern wird, als die Musik des Quintetts aus Edinburgh, die trotz tollem Songwriting und einem sanften Folk-Sound bisher nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen hat. Trotzdem bleiben die Musiker zum Glück dran und veröffentlichte nun mit „Volcano“ ihr drittes Album. Mit „This Train Remains“ gab’s darauf im Sommer bereits den ersten Vorgeschmack, der die Band von einer etwas poppigeren aber gewohnt mitreißenden Seite zeigte.

Mit ebendiesem Song eröffnet das Album auch und The Last September erzeugen auf Anhieb eine vertraute Atmosphäre mit warmem Sound und einer positiven Dynamik.

Eine Dynamik, die The Last September auch in der Folge beibehalten. In einer Mischung aus Indie-Pop und Folk-Rock erzählt Sänger Pete Deane Geschichten von den Erfahrungen seines Sabbatjahres, in dem er die „Einsamkeit des Stadtlebens und die Geselligkeit der freien Natur“ kennengelernt hat. Es geht um Zugehörigkeit, Sehnsucht, Isolation und Erinnerungen – Emotionen, die sich laut Deane metaphorisch in einem Vulkan bündeln.

So ist der Vulkan im Albumtitel dann auch nicht als alles zerstörende Macht zu sehen, sondern als Augenzeuge, der die Jahrtausende überstanden hat und immer zur Geschichte gehörte, im Zweifel ohne jemals auszubrechen. So ähnlich klingt das Album. Es bietet Songs, die Geschichten erzählen, die einfach zum Leben gehören und denen eine Dynamik innewohnt, die zeigt, dass die Band stets zum Ausbruch bereit ist. Ein Ausbruch, der jedoch niemals erfolgt. The Last September lassen zwar ab und zu die Gitarren unheilvoll grollen, ziehen sich dann aber recht schnell in ruhigere Gefilde zurück und geben den Songs Raum zur Entfaltung. Das mündet in Stücken, denen auch in den traurigen Momenten eine unglaubliche Wärme innewohnt und die in der Summe wieder zeigen, warum The Last September so viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.


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