Rezensionen

The Last September – As The Crow Flies

Es ist eigentlich schon fast ein schlechtes Wortspiel, aber irgendwie auch konsequent, denn in welchem Monat, wenn nicht im September sollen The Last September aus Edinburgh ihr Debüt-Album veröffentlichen. Es hört auf den Titel „As The Crow Flies“, einen symbolträchtigeren Vogel hätte sich das Quintett wohl kaum aussuchen können. Zusätzlich auch noch ausgerechnet einen, der nicht wie viele andere ab September gen Süden fliegt, sondern in der Kälte Nordeuropas ausharrt.

Sänger Pete Deane schrieb die meisten Songs des Albums im Rahmen seines Examens, für das er verschiedene Schreibtechniken probieren musste und stets im Hinterkopf hatte, dass jeder seiner Schritte bewertet würde. Er selbst empfand es als kathartischen Prozess, bei dem er Frustration und dunkle Gedanken aus sich hinaus in die Musik fließen lassen konnte. Daher wohl auch das Bild einer Krähe. Deshalb und weil Pete laut Interview mit dem schottischen Blog Kowalsky von Vögeln fasziniert ist. Das Ergebnis des Songwritings sind zwölf ruhige, getragene Folk-Stücke, die nicht wirklich düster sind. Vielmehr erzeugt die Band die beruhigende Atmosphäre eine ruhigen Herbstmorgens.

Die Sonne fließt langsam wie eine wärmende Decke über die nebligen Felder und offenbart die wunderschöne Vielfalt von Farben in der Landschaft. So langsam wie der Tag erwacht, erwachsen auch die Stücke von The Last September, die meist nur getragen werden vom Einsatz von Akustik-Gitarre und ein wenig Begleitung aus der Rhythmus-Sektion. Kernelement ist jedoch Pete’s sanfte Stimme, die, wenn er sich zur Klimax der Songs hinsteigert ein wenig an das Gänsehautorgan von Guy Garvey von Elbow erinnert. Diese Zutaten und das wirklich gute Songwriting machen aus den zwölf Songs auf „As The Crow Flies“ ein wirklich gelungenes Herbstalbum, dass sicherlich auch in den restlichen Jahreszeiten seine Stärken ausspielen wird.

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