Rezensionen

The Lake Poets – The Lake Poets (s/t)

The Lake Poets - The Lake Poets (s/t)

Es ist nun schon ein Weilchen her, dass wir das erste Mal über den jungen Sunderlander Martin Longstaff alias The Lake Poets berichteten. Beinahe fünf Jahre, um genau zu sein. Seitdem veröffentlichte der aus Sunderland stammende Musiker eine Reihe von Singles und die EP „Honest Hearts“.

Etwa zum Release dieser wurde auch die britische Musiklegende David A. Stewart von Eurythmics, der ebenfalls aus Sunderland stammt, auf Martin aufmerksam. Kurzerhand schrieb er Martin an und fragte, ob man er nicht Lust habe, mit ihm zu arbeiten.

Ein paar Monate vergingen und Martin fand sich in den Blackbird Studios in Nashville wieder, wo auch schon Erfolgsalben von The White Stripes und Taylor Swift entstanden.

Innerhalb von drei Tagen spielte er dort 24 Songs ein, von denen nun elf auf seinem The Lake Poets Debüt das Licht der Welt auf Real World Records, dem Label von 80er Jahre Legende Peter Gabriel, erblickte.

Wer The Lake Poets in den letzten Jahren mitbekommen hat, weiß, dass die Songs von Martin vor allem von seiner klaren, hellen Stimme, tiefschürfenden Lyrics mit scharfer Beobachtungsgabe und einer meist spärlichen Instrumentierung leben. Diese Stärken spielt er auch auf seinem ganz einfach „The Lake Poets“ betitelten Debüt aus und setzt dabei vor allem auf eine sehr sehnsüchtige Note. In den ersten fünf Songs baut er dabei beinahe komplett auf das Zusammenspiel aus sanftem Gesang und reduziertem Gitarrenspiel. Dabei beschränkt er sich nicht auf das simple Thema „Liebe“, sondern beschäftigt sich auch mit Themen wie häuslicher Gewalt, singt von seiner Familie, Erinnerungen an seine Großmutter und sinniert über Freundschaften.

Dabei findet er ausgebildete Englischlehrer und studierte Linguist immer die richtigen Worte und schafft es, gerade bei den ernsthafteren Themen, immer mit dem passenden Fingerspitzengefühl heranzugehen. Mit „See You Tonight“ steigt Martin in die zweite Albumhälfte ein, bei der er seine ganze Soundvielfalt zeigt. Mit voller Band und einer packendem Country-Note, bei der eine gewisse Sehnsucht mitschwingt, die das Album prägt, lädt er zum mitwippen ein. Auch das folgende „To The Lighthouse“ bricht mit seiner zunächst meditativen Stille und einem Hang zum Bombast am Ende, aus dem vorherrschenden Grundsound aus und stellt einen kunstvoll platzierten Bruch dar. Ebenfalls besonders hervorzuheben ist das leicht rockige „Vane Tempest“, in dem sich seine Begleitband voll austobt und Martin die großen Variationsmöglichkeiten seiner Stimme zeigt. Einer von vielen Songs, die zeigen, dass einen bei The Lake Poets ein Singer-Songwriter erwartet, der sein Handwerk versteht und der hoffentlich bald die Anerkennung bekommt, die er verdient.

The Lake Poets auf Deutschland-Tour

07. November 2015, Rolling Stone Weekender
08. November 2015, Göttingen – Nörgelbuff (Denison Wittmer Support)
09. November 2015, Augsburg – Bedroomdisco
10. November 2015, Jena – Café Wagner
11. November 2015, Mainz – schon schön
13. November 2015, Haldern – Haldern Pop Bar
15. November 2015, Münster – Pension Schmidt
16. November 2015, Köln – Wohngemeinschaft
17. November 2015, Darmstadt – Schlosskeller
19. November 2015, Berlin – Berghain Kantine


Youtube direkt

Foto: Ian West

Facebook // Bandcamp // Label

Musik von The Lake Poets bei Amazon.de kaufen

Discussion

Comments are closed.

Archive