Rezensionen

The Horrors – Primary Colours

The Horrors sind mit ihrem Debüt weit an der Aufmerksamkeit deutscher Musikfans vorbei geschlittert, dabei sehen die Jungs wie der schlimmste Alptraum von Bill Kaulitz und Co. aus und gehen musikalisch auch noch weitaus ambitionierter, oder sagen wir tiefgründiger ans Werk. Hat man bei den Horrors also erst einmal den Punkt überwunden, an dem einen die engen Jeans, die seltsamen Frisuren und das komische Auftreten der Band nicht mehr stört, kann man sich ungestört mit der Musik auseinandersetzen. Und die ist nicht ohne. Denn anders als die bereits erwähnten Jungs aus dem Raum Magdeburg scheint das Quintett aus Southend eine musikalische Sozialisation erlebt zu haben, die weit über Nena und Pur hinaus ging.

Schon der erste Vorbote zum Album „Sea Within A Sea“ zeigte dies nachhaltig. In 8 Minuten wurde ein Prog-Rock Feuerwerk mit jeder Menge 80s Shoegaze und Post-Rock vermengt zu einem eindrucksvollen Statement zur eigenen Identität als Band. Auf Albumlänge klingen The Horrors dann natürlich extrem nach ihren großen Vorbildern Joy Division und Echo & The Bunnymen. Aber dank der Produktion von Geoff Barrow (Portishead) und jeder Menge Shoegaze-Einflüsse driftet es nicht in pures Plagiat, sondern in hypnotisierend coole Soundgeflechte. Gesanglich klingt es häufig, als würde da Ian Curtis direkt aus der Gruft zu uns sprechen aber getragen werden die Stücke vor allem von Bassist Spider Webb (ja, der nennt sich wirklich so), der gekonnt mit den Stimmungen spielt, seine Goth-Rock-Kumpels mal antreibt um sie dann wieder allein im dunkeln stehen zu lassen. Das schafft eine unglaublich dichte Atmosphäre, in die man sich gern hinein ziehen lässt, um für einige Zeit in die bedrohlich wirkende, aber eigentlich gute Welt der Horros abzutauchen.

Das Album komplett im Stream


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The Horrors
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