Rezensionen

The Horrors – Luminous

The Horrors - Luminous

„Leuchtend“ ist nicht gerade ein Wort, dass man direkt mit The Horrors in Verbindung bringen würde. Schließlich hatte sich die Band in ihrer Anfangszeit einen Namen mit düsteren Sounds irgendwo zwischen Joy Division und dem Garage-Rock der 60er Jahre gemacht. Mal epischer, mal rotziger, aber immer stilsicher, ohne dabei jemals einem Trend hinterherzuhecheln. The Horrors machten ihre eigenen Trends und setzten diesen Weg vor drei Jahren auf „Skying“ fort, indem sie auch auf den Trend schissen, den Kritiker bei ihnen ausgemacht haben wollten. Das Quintett zeigte sich mit einem weiterentwickelten Sound, der plötzlich luftig flirrend war und immer auf der Suche schien. Die Band bastelte schwebende Soundlandschaften, die sich teils über sieben Minuten erstreckten und Hits hervorbrachten, wie „I CAN SEE THROUGH YOU“ und „MOVING FURTHER AWAY“. Der Erfolg gab The Horrors Recht. Erstmals erreichte die Band eine Top 10 Platzierung in England und konnte sich sogar über eine Silber-Auszeichnung freuen. Insbesondere nach „Skying“ erscheint der Albumtitel „Luminous“ dann doch nachvollziehbar, hat das Quintett den Garage-Rock und den Post-Punkt doch vor nunmehr vier Jahren hinter sich gelassen. Die Referenzen heißen heute Cocteau Twins, My Blood Valentine und Primal Scream.

Dem Erfolg dürfte das auch keinen Abbruch tun. „Luminous“ ist bereits auf Platz 6 der britischen Charts eingestiegen und in der Presse wird die Band mittlerweile zu den Königen der derzeitigen Indie-Szene stilisiert. Nicht ganz zu unrecht, denn The Horrors stehen für eine Unaufgeregtheit und Ruhe im Sound, der in der schnelllebigen Indie-Szene viel zu selten ist. Die Band gibt sich mit einer Mischung aus Kraut-Rock, Shoegaze und Dreampop voll seinem Sound hin und gibt ihm angemessenen Raum zur Entfaltung. Viel Raum. Nur zwei Stücke bleiben unter der Fünf-Minuten-Grenze. Die Melodien schweben durch einen luftigen Raum und entfalten eine beinahe berauschende Wirkung. Etwa bei „Jealous Sun“, wo druckvolle Gitarren auf eine leicht süßliche Melodie und wohl dosiert eingesetzten Gesang treffen. Natürlich brauchen die Songs Zeit sich richtig zu entfalten. Auch mehr als einen Durchlauf. Aber mit der Zeit kristallisieren sich so feine Songperlen und Hits heraus. Zum Beispiel das beinahe acht Minuten lange „I See You“, der sich nach hinten raus schillernd und druckvoll aufschwingt. The Horrors greifen nach den Sternen und mit „Luminous“ sind sie auf einem guten Weg dahin.

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