Rezensionen

The Happy End – Echoes Of Jericho

Ein beliebtes Stilmittel bei Rockgruppen ist, sich auch mal bei biblischen Themen zu bedienen. Das tun auch die Berliner von The Happy End für ihren Albumtitel. Das hört auf den Namen „Echoes of Jericho“. Denkt man an die biblische Geschichte von Jericho künden diese Echos von Leid und Zerstörung. Wurde Jericho doch zum Klang von sieben Schofaren, den Einsturz der Stadtmauern eingeläutet haben zerstört. Damit hörte das Leid der Stadt jedoch noch nicht auf, in Josu 6/26 heißt es nämlich weiter „Damals schor Josua: Wer sie wieder aufbaue, sei verflucht. Sein erstes Kind solle sterben, wenn die Stadt neu gegründet wird, sein Jüngstes, wenn die Tore eingesetzt werden“.

Trotz ihres Namens scheinen The Happy End also nicht gerade die fröhlichste Musik zu machen. Eine Vermutung, die sich schnell bewahrheitet, bei The Happy End spielen düstere Gitarrenwände, hintergründiger Gesang, tiefe Bässe und verzerrte Sounds die Hauptrolle. Der Indiestreber hat dazu einmal kurz die Genres aufgezählt, bei denen sich das Sextet bedient: „Ambient, Shoegaze, Noiserock, Krautrock, Electronica, Spacerock, Slowcore“. Gemischt mit viel 70s Rock und reichlich Verschwurbelungen. Klingt anstrengend, aber irgendwie gelingt es The Happy End sich nicht zu sehr zu verschließen und dem Hörer immer de Chance zu geben, noch einen Zugang zu finden. Klar, dafür bedarf es auch ab und zu etwas mehr Geduld und auch einem gewissen Hang zu düsteren Klängen, aber die Beschäftigung mit „Echoes Of Jericho“ wird belohnt. Wenn man sich etwa durch das knapp 10minütige, doch etwas anstrengend psychedelische Instrumentalstück „All Different Drugs“ gekämpf hat, wartet mit „Good Times“  ein 70ies-Rocker mit beinahe so etwas wie Pop-Appeal auf den Hörer. Diese Wechsel sind es auch, die dem Album bei aller Kantigkeit und Komplexität diese gewisse Spannung verleihen, die den Hörer bei der Stange halten.

Rating: ★★★½☆
The Happy End

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