Rezensionen

The Great Park – The Great Park (s/t)

Um sich als Singer-Songwriter heute noch von der Masse an Männern mit Gitarre abheben zu können, muss man entweder sein Album in einer Waldhütte in Wisconsin aufnehmen, sich unter die Straßen St. Paulis zurückziehen, einen berühmten Dad haben, oder als der Nachfolger des berühmten Daddys gehandelt werden. Neben diesen netten Geschichten sollen auch ein eigener Sound, eine Masse Talent und Erfahrung noch niemandem geschadet haben. Der Brite Stephen Burch ist so ein Mann mit Gitarre, der sich nun anschickt, unter seinem Projektnamen „The Great Park“ einen Platz in deutschen Plattensammlungen zu erspielen.

Stephen Burch ist nicht der Typ Songwriter, der gern an einem Ort verharrt, er ist gern unterwegs und pendelt zwischen seiner Farm in Irland, Brighton und Bristol. Dabei trifft er natürlich viele Menschen und das lässt sich doch prima in Songs verarbeiten. So weit zu seiner Person, so klassisch der Werdegang als Songwriter, die spannende Geschichte für die Gazetten fällt also weg. Klassisch sind dann auch die Arrangements auf dem Album, die bestehen größtenteils aus dem zarten, nie aufdringlichen Gitarrenspiel von Stephen Burch, ein wenig Mundharmonika-Einsatz und seinem sanften, zwischen brüchig und träge pendelndem Gesang. Alle Stücke bewegen sich im typischen „Mann mit Gitarre“-Universum, mit melancholischen Texten über ganz alltägliche Themen. Von den genannten Attributen fällt der eigene Sound also auch raus. Talent kann man ihm dagegen keinesfalls absprechen, gelingt es ihm doch seine Songs in einer entsprechenden Dramaturgie zu erzählen, dass das Hörerlebnis bei aller Homogenität der Stücke nicht langweilig gerät. So ist The Great Park alles andere als Pflichtbestandteil einer Plattensammlung, aber dafür ein Album, das den ein oder anderen Winter-Abend aufhellen könnte.

Video zu „I Do Wrong“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=kDlI_c5kcg0

Myspace des Künstlers
Homepage des Labels Timezone Records

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