Rezensionen

The Drums – The Drums (s/t)

Liest man dieser Tage einen Beitrag über das Debüt-Album von The Drums bekommt man häufig einen Diskurs über den schwierigen Weg der Popmusik zwischen Innovation und Wiederholung. Kritiker werfen The Drums gern vor einfache Poser mit ein paar netten Melodien und viel Schau zu sein. Fans sehen in ihnen die geschickte Verknüpfung von Wave-Sounds mit Surf-Rock, also Joy Division meets Beach Boys. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, ist uns aber eigentlich auch schnuppe. Betrachten wir einmal ganz frei von Vorurteilen, was man hier geliefert bekommt. Da sind ein paar Jungs aus Brooklyn, die sich 2009 gründen und bereits im Gründungsjahr auf der BBC Longlist der Sounds of 2010 landen.

Das liegt an einem Hit, der heißt „Let’s Go Surfing“ und verknüpft leichtfüßige Surfromantik mit Pfeifmelodie mit eingängigen Wave-Sounds. Die Mittel sind altmodisch, der Klang aber zunächst frisch und spaßig und ganz abseits des popmusikalischen Diskurses scheint das einfach nette Unterhaltung zu bieten. Etwas, das sich im Radio nicht aufdrängt, anders, als das Meiste, von dem was man da so präsentiert bekommt. Gehen wir also mit diesem Gedanken im Hinterkopf an das Debüt von The Drums ran, kann man eigentlich nicht enttäuscht sein. Einfach mal auf Diskurs geschissen, Ohren auf und offen sein für ein wenig Spaß. Klar klingt das oberflächlich, aber viel mehr als die oberflächliche Verknüpfung von Pop, Surf-Rock und Wave gibt es hier eben auch nicht. Die Melodien plätschern wellenförmig vor sich hin, ab und zu geht sogar ein Refrain ins Ohr, wird aber mit der nächsten Welle fort gespült. Dazu ein Sänger, dessen Organ in etwas so einprägsam ist, wie die Stauwarnungen im Radio und nicht zu vergessen ein Hit. Das ist alles also wenig spektakulär, aber gerade deshalb wahrscheinlich auch derart polarisierend.

Rating: ★★☆☆☆
The Drums


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