Rezensionen

The Drums – Encyclopedia

The Drums - Encyclopedia

Vor vier Jahren waren The Drums der Hype des Sommers. Ihr von 80er Jahre Sounds und viel Melancholie geschwängerter Surf-Pop traf den Nerv der Zeit und bescherrte ihnen mit „Let’s Go Surfing“ sogar einen zeitlosen Hit, der auch heute noch die Tanzflächen in den Indie-Clubs füllt. Um den Hype möglichst lange auszudehnen, veröffentlichte die Band nur ein Jahr später mit „Portamento“ schon den Nachfolger. Die Begeisterung war allerdings schon abgeebbt, auch wenn das Album durchaus gereiftere Musiker zeigte, die nicht nur versuchen ihre Hitformel zu wiederholen. In den Folgejahren wurde es irgendwann ruhiger um die Band und das Line-Up wurde auf die beiden Gründungsmitglieder Jonathan Pierce und Jacob Graham reduziert. Gemeinsam tüftelten die beiden an neuen Sounds und haben nun mit „Encyclopedia“ ca. drei Jahre nach dem letzten Lebenszeichen ihr drittes Album fertig gestellt.Schon ab der ersten Sekunde machen The Drums auf ihrem dritten Machwerk klar, dass es immer noch vor allem die 80er Jahre sind, die es ihnen angetan haben und sie immer noch von einer tiefen Melancholie erfüllt sind. So bieten sie zwölf Stücke zwischen No-Wave, Surf-Pop, Garage und Psychedelic. Immer mit einer ordentlichen Portion Weltschmerz und vielen elektronischen Spielereien.

Dabei geben sich The Drums auch alle Mühe, die leidige Beach Boys Referenz loszuwerden. Stattdessen spielen sie sich in einen kleinen Rausch aus psychedelischen Kitsch-Experimenten mit Glockenspiel, Synthies und Disco-Beats, der in den besten Momenten eine verträumte Atmosphäre erzeugt, in die man gerne eintaucht und bei der vage Parallelen zum Sound von Animal Collective entstehen. Meist bietet die Band jedoch eine recht zähe Soundreise in düstere Gefilde ohne jeglichen Drive, die auch durch ein paar experimentelle Elektro-Soundschnipsel nicht spannender wird. So bleiben The Drums auch weiterhin das, was sie schon bei ihrem Debüt waren, eine Band mit eigentlich guten Ideen und einem Händchen für gute Melodien und Melancholie, die weiterhin dem Hype gerecht werden muss, den sie seinerzeit so gern befeuert haben.

Album-Stream bei Drowned in Sound


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